Magdeburg l „Wir denken an die Kollegen, die ihre Tiere verloren haben, und trauern um alle Wesen, die ihr Leben verloren haben“, schrieb die Zooführung auf ihrer Facebook-Seite. Nach dem verheerenden Feuer im Krefelder Zoo in der Silvesternacht, bei dem mehr als 30 Tiere starben, darunter viele Menschenaffen, seien die Magdeburger geschockt ob der Katastrophe. Nach ersten Erkenntnissen soll das Krefelder Feuer durch sogenannte Himmelslaternen, die zwar verboten sind, aber verkauft werden, entstanden sein. Das Krefelder Unglück gilt als eines der schwersten der vergangenen Jahrzehnte.

Die Silvesternacht 2019/2020 hätten die Tiere im Magdeburger Zoo gut überstanden, sagte Zoo-Chef Kai Perret auf Nachfrage. Eine „Silvesterwache“ habe es im Zoo nicht gegeben, so der Zoo-Chef. Das sei auch nicht nötig gewesen. „Wir hatten bisher noch nie Probleme, dass unsere Tiere so verschreckt oder panisch reagiert haben“, so Perret. Die Tiere hätten die Möglichkeit, sich in ihren Stallungen zurückzuziehen. Zudem seien die wilden Tiere nicht mit Haustieren vergleichbar.

Magdeburg anders als Krefeld

Welche Lehren kann der Magdeburger Zoo aus der Brandkatastrophe in Krefeld ziehen? Kai Perret: „Die Gegebenheiten im Magdeburger Zoo sind andere als in Krefeld. In Krefeld gab es keine Außenanlagen, auf die die Tiere in Sicherheit hätten gebracht werden können. Hier in Magdeburg haben wir solche Möglichkeiten“.

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Und wie ist es mit dem Brandschutz im Magdeburger Zoo bestellt? Gibt es Brandmelde- oder Sprinkleranlagen in den Tierhäusern? „Nein. Das Problem, was wir in unseren Häusern haben, ist, dass in ihnen zum einen eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Zum anderen gibt es eine hohe Staubbelastung, etwa durch aufgeschütteltes Stroh. All das würde dafür sorgen, dass Brandmeldeanlagen ständig anspringen würden“, erklärt der Zoochef. Die vorherrschenden Gegebenheiten würden solchen Anlagen also entgegenstehen.

Dennoch werde laut Perret im Magdeburger Zoo auf Brandschutz geachtet. „Wir haben einen Feuerwehrplan, in dem beschrieben ist, was im Fall der Fälle zu tun ist. Sollte es zu einem Brand kommen, weiß die Feuerwehr, wie sie zu den verschiedenen Gebäuden kommt und kennt die Gegebenheiten. Zudem haben wir etliche Brandhelfer im Unternehmen. Eine relativ hohe Zahl der Mitarbeiter ist entsprechend geschult und kann eine Erstbekämpfung von Bränden vornehmen“, so Kai Perret.

Hinzu komme, dass sämtliche elektrischen Geräte im Zoo regelmäßig überprüft würden, um auch hier eine Gefahrenquelle für ein Feuer auszuschließen. „Wir haben einen recht hohen Sicherheitsstandard. Was aber von außen kommt, wie etwa solche Himmelslaternen oder Silvesterraketen, davor ist man nie gefeit“, so der Zoo-Chef. Eine hundertprozentige Sicherheit gebe es nicht. Darum hatte der Zoo im Vorfeld des Silvestertages via Facebook appelliert, nicht in unmittelbarer Nähe des Zoos zu böllern und zu knallen.

Einen derartigen Zwischenfall wie in Krefeld habe es im Magdeburger Zoo noch nicht gegeben. Dennoch ist Kai Perret dafür, darüber nachzudenken, sogenannte Bannzonen für Feuerwerk einzurichten. „Ich bin nicht für Aktionismus und generelle Verbote. Aber über speziell ausgewiesene Bereiche, die geschützt werden müssen, sollte gesprochen werden“, so der Zoo-Chef.