Magdeburg l Seit einigen Wochen brennt wieder Licht im ehemaligen An- und Verkauf nahe des Salbker Lesezeichens in Magdeburg. Die Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt -kurz .lkj) - nutzt das seit längerem leerstehende Ladengeschäft bereits einmal pro Woche am Donnerstag für einen Nachbarschaftscafé.

Sofia Helfrich und Svenja Heinrichs haben bei Kaffee und Kuchen dabei erste Kontakte zu Bewohnern aus dem Umfeld sowie Akteuren wie dem Bürgerverein Salbke, Fermersleben, Westerhüsen aufgenommen. Sie werden in den kommenden zwei Wochen den Laden als Kreativwerkstatt nutzen, bei der nur ein Grundgerüst an Aktionen vorgegeben werden soll.

Ideen der Magdeburger gefragt

„Der Kiezladen ist als Plattform gedacht, Ideen für den Stadtteil zu entwickeln und diese umzusetzen. Dabei soll den Vorstellungen der Besucher möglichst viel Platz eingeräumt werden“, so Sofia Helfrich. Davon gebe es bereits viele, wie die beiden Studentinnen festgestellt haben. „Ob Lesecafé oder Galerie – ich war überrascht, wie konkret die Ideen bereits sind“, so Svenja Heinrichs. Mit dem heutigen Tag wird der Startknopf gedrückt werden, wenn man so will.

Die ersten Tage werden als eine Art Bestandsaufnahme genutzt. Welche Besonderheiten hat der Südosten zu bieten? Wie haben sich die Stadtteile hier entwickelt? Im zweiten Abschnitt steht die Zukunft im Fokus: Welche Möglichkeiten bietet der Südosten? Was wird gewünscht? Zum Ausklang der zweiwöchigen Aktionstage wird ein Name sowie ein Logo für den Treffpunkt im Salbker Engpass kreiert.

Mit dem Nachbarschaftstreff sollen nachhaltige Strukturen geschaffen werden, „die auch über den Projektzeitraum Bestand haben“, so Nadja Boltes von der .lkj). Die Landesvereinigung hatte sich auf eine Ausschreibung der Stadtverwaltung beworben, die den Südosten der Stadt Magdeburg mit Angeboten bereichern möchte.

Kein Jugendclub in Salbke

Einen Jugendclub als Anlaufstelle gibt es nicht in Salbke, Fermersleben und Westerhüsen. Und auch keine weiterführende Schule. „Viele Jugendliche verschlägt es daher nach Buckau, wo es u. a. das Hot – Alte Bude als Treffpunkt gibt“, so Boltes. Bis Ende 2020 wolle man eine Alternative in Salbke schaffen, „die zeigt, dass man seinen Stadtteil aktiv mitgestalten kann“.

Angesprochen werden sollen aber nicht nur Jugendliche. Wie groß das Interesse an dem Kiezladen ist, zeigte sich bei einem Netzwerktreffen, „bei dem viele Akteure auf uns zukamen.“ So soll es Kooperationen mit dem Gröninger Bad sowie Stadtteilmanager Marcel Wark vom Internationalen Bund geben, der nur einen Steinwurf entfernt im Bürgerhaus „Alte Schule Salbke“ anzutreffen ist.

Der Kiezladen wird von der lkj. betrieben und vom Stadtplanungsamt der Landeshauptstadt gefördert. Seine Tür ist ab sofort bis zum 30. November 2019 dienstags bis freitags von 15 bis 18 Uhr, das Nachbarschaftscafé donnerstags von 15 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet.