Magdeburg l Neue Nachbarn für St. Josef in Magdeburg-Olvenstedt.Zur weißen Kirche mit dem Namen des Heiligen gesellt sich demnächst Konsum. Auf dem angrenzenden Grundstück soll ein Einkaufsmarkt von Edeka gebaut werden. Der Stadtrat Magdeburg gab einem entsprechenden Bebauungsplan am 13. juni 2019 einstimmig seinen Segen.

„Was lange währt, wird hoffentlich gut“, sagte Florian Philipp, Sprecher der Gemeinwesenarbeitsgruppe (GWA) Alt-Olvenstedt nach der Entscheidung. „Nach über drei Jahren Bearbeitungszeit haben viele schon nicht mehr an eine echte Nahversorgung für Alt-Olvenstedt geglaubt.“ Vielen werde deswegen „jetzt ein Stein vom Herzen fallen“, fügte Philipp in seiner ersten Reaktion hinzu.

Einziger Markt schloss 2015

Grund für das gesteigerte Bürgerinteresse an dem Projekt: 2015 schloss mit „Aldi“ an der Agrarstraße der einzige Einkaufsmarkt in Alt-Olvenstedt mit seinen knapp 4000 Einwohnern. „Alt-Olvenstedt ist bald tot“, so die drastische Aussage eines Olvenstedters damals in der Volksstimme.

Bei zahlreichen Bürgerforen der GWA Alt-Olvenstedt verliehen die Stadtteilbewohner ihrer Forderungen nach einem neuen Einkaufsmarkt Nachdruck. Die öffentlichen Debatten zeigten Wirkung, denn es fand sich tatsächlich ein Investor.

Der beantragte im Februar 2015 offiziell bei der Stadt Magdeburg „die Einleitung eines Satzungsverfahrens zu einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ auf der Brachfläche neben der Kirche, um dort einen Lebensmittelmarkt samt Backshop anzusiedeln. Auch Kleingewerbe und Gastronomie sollten hier möglich sein.

Einspruch der Konkurrenz

Die Stadt Magdeburg sagte zunächst Nein. Ein Einkaufsmarkt in der beantragten Größe von 1600 Quadratmetern sei auf der Fläche genau auf der Grenze zwischen Alt- und Neu-Olvenstedt nicht zulässig. Das sei so im Märktekonzept der Landeshauptstadt festgeschrieben. Mit diesem Instrument steuert die Kommune die Ansiedlung solcher Geschäfte.

Die Suche nach einem geeigneten Alternativstandort in Alt-Olvenstedt blieb jedoch erfolglos. Die Stadt Magdeburg schwenkte auf einen Kompromiss um. Die Fläche an der Ecke Birkenallee/ St.-Josef-Straße sollte freigegeben werden, der Markt aber mit 1500 Quadratmetern einen Tick kleiner ausfallen.

Dennoch rief das Vorhaben in der Zwischenzeit Eigentümer und Betreiber von bestehenden Einkaufsmärkten in Neu-Olvenstedt auf den Plan. Sie legten gegen die Pläne Widerspruch ein. Ihre Hauptforderung: Der neue Markt soll mehrere Nummern kleiner ausfallen.

Stadtrat votierte final

Die Entscheidung lag letztlich in mehreren Abstimmungsrunden beim Stadtrat. Mit seinem finalen Beschluss am Donnerstag machte er den Weg für den Bau frei.

Der Investor kann als Nächstes seinen Bauantrag bei der Stadt stellen. Voraussichtlich ab Ende 2019, so die bisherige Information, könnten die Bauarbeiten beginnen.

Florian Philipp zeigt sich als Sprecher der Alt-Olvenstedter GWA mit dieser Entwicklung vollauf zufrieden. Er persönlich freue sich schon auf einen ersten Kaffee beim geplanten Bäcker in Nachbarschaft der St.-Josef-Kirche: „Für Alt-Olvenstedt ist der Nahversorger ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität und weiteren Entwicklung.“