Magdeburg l Sie gehören wohl eher nicht zu den liebsten Zeitgenossen der meisten Deutschen: Spinnen. Viele Menschen empfinden Ekel oder auch Angst vor den Krabbeltieren. Mit diesen Vorurteilen will das Naturkundemuseum in Magdeburg aufräumen. „Nahezu alle Spinnen sind völlig harmlos. Einige Exemplare können zwar beißen, das tut Menschen aber in etwa so sehr weh wie ein Wespenstich“, sagt Museumsleiter Hans Pellmann.

Eine Sonderausstellung im Museum für Naturkunde Magdeburg bietet deshalb nun ab dem 1. März 2018 die Möglichkeit, in die Lebenswelt dieser Tiergruppe zu blicken. 40 verschiedene Arten aus der Gruppe der Spinnentiere, zu denen neben den eigentlichen Spinnen unter anderem Skorpione, Weberknechte und Milben gehören, können in separaten Terrarien betrachtet werden. Schautafeln bieten die Möglichkeit, sich über die Biologie, Verbreitung und Besonderheiten der einzelnen Arten zu informieren.

Highlight ist die Goliath-Vogelspinne

Die Tiere gehören der Firma „Araneus“ aus Walbrzych in Polen. Die Mitarbeiter Szymon Przebinda und Sebastian Wadycki reisen mit ihren Krabbeltieren durch ganz Europa. „Ausgebüxt ist in all den Jahren, in denen ich hier arbeite, noch nie eine Spinne. Auch gebissen wurde noch niemand“, beruhigt Przebinda.

Vorrangig werden Vogelspinnen zu sehen sein. Ein Highlight ist die südamerikanische Goliath-Vogelspinne (Theraphosa blondi) mit bis zu 30 cm Beinspannweite und 170 g Gewicht. Zu sehen sind aber auch andere Vertreter der Spinnentiere, zum Beispiel der afrikanische Kaiserskorpion mit 15 cm Länge, dessen Panzer unter Schwarzlicht türkisblau strahlt.

Spinnen zum Anfassen

Menschen, die nun eher Angst als Faszination spüren, haben die Möglichkeit, ihre Phobie zu überwinden. Es ist geplant, während der Ausstellung Führungen anzubieten, bei denen die Tiere zur Angstüberwindung auch auf die Hand genommen werden können. Hierfür ist eine Anmeldung im Museum unter Tel. 0391/540 35 30 nötig. Ein weiterer Höhepunkt soll eine öffentliche Fütterung werden. „Spinnen sind sehr genügsam. Sie essen nur einmal im Monat“, erklärt Pellmann. Wann die Fütterungen stattfinden, steht noch nicht fest.

Das Museum hat sich für die besonderen Gäste entschieden, um die Dauerausstellung „Wunder des Lebens“, bei der die Artenvielfalt der heutigen lebenden Organismen gezeigt wird, zu ergänzen.

Feierliche Eröffnung

Am Abend des 1. März 2018 um 19 Uhr wird die Sonderausstellung feierlich eröffnet. Regulär ist die Ausstellung am Tag darauf ab 10 Uhr bis zum 3. Juni für alle Besucher des Naturkundemuseums zugänglich.

Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 5 Euro, Besucher zwischen 6 und 18 Jahre alt zahlen 3 Euro. Angemeldete Schulklassen zahlen 3 Euro pro Schüler und erhalten eine kostenlose Führung.