Magdeburg l „Das wird eine tolle Schule“, freut sich Stefanie Gregull, Leiterin der bestehenden Grundschule „Am Westring“, am Ende der Besichtigungstour. Mit ihren derzeit noch gut 160 Schülern möchte sie so schnell wie möglich in den Neubau an der Wilhelm-Kobelt-Straße in Magdeburg ziehen. „Wir können es kaum noch erwarten“, sagt die künftige „Hausherrin“.

Doch bis es soweit ist, müssen die Handwerker noch einiges schaffen. Aktuell sind die Rohbauarbeiten soweit beendet, dass der Innenausbau witterungsunabhängig fortgesetzt werden kann, wie Projektleiter Chris Wasser vom Eigenbetrieb Kommunales Gebäudemanagement (KGM) den Mitgliedern des Bildungsausschusses des Stadtrates bei der Baustellentour berichtet. Dieser wollte sich ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten machen, wie der Vorsitzende Christian Hausmann (SPD) erklärt.

Und die können sich schon sehen lassen. Das künftige Eingangsfoyer lässt sich erahnen. Mit der durch eine bewegliche Wand abgetrennten Mensa gibt es einen großen Raum für Schulveranstaltungen, erläutert Wasser. Die Fußbodenheizung wird derzeit verlegt beziehungsweise der Estrich aufgetragen. An das Foyer schließt eine große Treppenanlage an, für die Stefanie Gregull bereits konkrete Vorstellungen hat. „Auf die Stufen wollen wir das kleine Einmaleins auftragen, so dass die Kinder die Malfolgen hüpfen können“, erklärt sie. Auf den Treppen selbst können Treffen der Schulgemeinschaft durchgeführt werden. „Wir haben bereits jetzt einmal in der Woche ein gemeinsames Singen am Morgen“, sagt die Musiklehrerin.

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Streit um Größe der Räume

In den Etagen gibt es großzügige Garderobenbereiche, die auch für andere Zwecke genutzt werden können, wie der Projektleiter weiter erklärt. Die Klassenräume wirken auf den ersten Blick hingegen recht klein. Um sie hatte es in der Planungsphase Streit gegeben. Die Verwaltung hatte ursprünglich 56 Quadratmeter pro Raum vorgesehen. Wunsch der Schulleiterin waren aber 70 Quadratmeter gewesen, um modernen pädagogischen Ansprüchen gerecht zu werden. Im Stadtrat einigte man sich schließlich auf 62,5 Quadratmeter, die jetzt umgesetzt worden. Dafür werden aber auch die Horträume so angelegt, dass sie bei einem später größeren Bedarf auch als Klassenräume genutzt werden können, so Chris Wasser.

Die neue Schule wird vierzügig betrieben, das heißt pro Jahrgang wird es künftig vier Klassen geben. Derzeit ist die Grundschule „Am Westring“ noch zweizügig, weil am aktuellen Standort nicht mehr Platz ist. Aus diesem Grund war das Neubauprojekt auch geplant worden. „Erst im Sommer 2022 werden wir erstmals vier erste Klassen einschulen“, blickt die Schulleiterin voraus. Ausgelegt wird die Schule für bis zu 460 Schüler sein.

Das Gebäude wird im rechten Winkel entlang der Kobeltstraße errichtet. Der Innenhof soll einen Campus-Charakter haben, wie Chris Wasser beschreibt. Auf der anderen Seite des Hofs steht die neue Zweifelder-Sporthalle, in die die Stadträte auch einen Blick werfen können. „Hier gibt es eine Lochdecke für besseren Schallschutz“, erklärt der Projektleiter. Weiterer Höhepunkt sei das grüne Klassenzimmer, das auf dem Dach angelegt wird. „Es ist schön zu sehen, dass hier eine große und gute Schule entsteht“, zieht Christian Hausmann ein positives Fazit.

Aus baulicher Sicht werde man voraussichtlich im August mit allem fertig sein, sagt der KGM-Bereichsleiter weiter. Bis aber die gesamten Klassenräume ausgestattet sind, werde es noch einige Zeit dauern, so dass mit einem Umzug der Schüler vom Westring im Herbst zu rechnen ist, wie er weiter erklärt, ohne einen genaueren Zeitpunkt zu nennen.

Schule kostet etwa 18 Millionen Euro

Die Baukosten für die neue Schule liegen bei gut 18 Millionen Euro. Zuletzt gab es Sorge um die Fortsetzung des Projekts, weil sich die Steinhoff Familienholding GmbH mit der Stadt im Streit um die Zukunft der benachbarten Hermann-Gieseler-Halle befindet. Sie hatte diese im Tausch für das Schulgrundstück bekommen und will das rückgängig machen. Magdeburgs Kulturbeigeordnete Regina-Dolores Stieler-Hinz sagt am Rand des Baustellenrundgangs, dass die Arbeiten ungeachtet dessen weitergeführt werden und man „gespannt auf den Ausgang der Verhandlungen“ sei.