Magdeburg l 27 Gebäude der früheren Fabrik für Lacke und Farben zwischen Europaring und Kleingärten neben dem Marienstift sind im vergangenen Jahr verschwunden. Seitdem herrscht auf dem Gelände Ruhe. Auf Hochtouren laufen derweil die Planungen. Projektentwickler ist die AMG Asset Management GmbH. Für das Vorhaben in Magdeburg zuständig ist Reinhard Marx. Spannend für die Nachbarn und mögliche Interessenten aber auch: Was soll auf dem Gelände genau entstehen? Inzwischen eröffnet ist ein vorhabenbezogenes Bebauungsplanverfahren. Dieses soll die rund 23.000 Quadratmeter große Fläche in ein Sondergebiet umwandeln. Ziel ist es, auf dem Gelände zwei Bereiche zu entwickeln.

Marx berichtet, dass es zum einen um einen Bereich „Pflege und Therapie“ samt Ärztehaus geht. Hier soll ein Therapiezentrum mit voraussichtlich 89 Plätzen entstehen. Der größere Teil der Plätze ist für Intensivpflege vorgesehen. Schwerpunkt ist zum Beispiel die Pflege von Wachkomapatienten, Unfallopfern mit Gehirnschäden und Schlaganfallpatienten. „Für diese spezielle Art von Pflegeplätzen gibt es einen großen Bedarf im Land Sachsen-Anhalt“, so Reinhard Marx. Hinzu kommen die üblichen Spezialeinrichtungen für Physio- und Ergotherapie sowie ein Café.

Betreuung nach Schlaganfall

Dazu gehört auch ein Ärztehaus. Dieses soll so angelegt werden, dass eine fachärztliche Betreuung der Therapieeinrichtung vor Ort gewährleistet ist. Das Ärztehaus soll mit der Therapieeinrichtung durch einen Verbindungsgang gekoppelt werden und Platz für mindestens acht unterschiedliche Praxiseinrichtungen bieten. „Hierzu liegen bereits ernsthafte Nachfragen von Praxisbetreibern vor“, so Reinhard Marx.

Dritte Komponente in dem Bereich ist ein Demenzzentrum. Neben sechs Demenzgruppen mit je zwölf Personen gibt es auch etwa 60 Wohn-apartments für demenzbetreutes Wohnen. Weiterhin wird eine Tagespflegeeinrichtung entstehen. Die Betreuung der Patienten und Wohngruppen soll über eine etablierte Pflegeeinrichtung erfolgen.

Campus für Lernen, Arbeiten und Leben

Der zweite Bereich steht unter dem Titel „Campus für Lernen, Arbeiten und Leben“. Hier befindet sich das Verfahren noch im Vorplanungsstadium. Konkrete Aussagen dazu sollen bis Ende März möglich sein.

Reinhard Marx berichtet über den aktuellen Stand: „Die ortsansässige Ingenieurgesellschaft Mull und Partner wurde mit der Erarbeitung und Begleitung eines Abriss- und Sanierungskonzeptes beauftragt.“ Insbesondere die Arbeiten für das nunmehr fertiggestellte Bodensanierungskonzept hätten einer intensiven Vorbereitung und Abstimmung mit den Behörden bedurft. Das Sanierungskonzept wurde zwischenzeitlich von der Landesanstalt für Altlastenfreistellung (LAF) geprüft. Derzeit werden die Ausschreibungsverfahren abgestimmt. Nach Zustimmung durch das LAF könne mit der Sanierung unmittelbar begonnen werden, so Reinhard Marx.

Neben der besonderen Kompetenz der Ingenieurgesellschaft Mull und Partner streicht Reinhard Marx heraus, bei der weiteren Entwicklung auf regionale Unternehmen zu setzen. Positiv sei die Unterstützung durch die Stadt Magdeburg, aber auch durch Nachbarn und Interessenten aufgefallen.