Anwohnerkritik

Zu hell? Neues Parkhaus im Magdeburger Domviertel macht das Licht wieder aus

Im Domviertel in Magdeburg wurde ein neues Parkhaus eröffnet. Nachdem sich Anwohner über zu helle Beleuchtung in der Nacht beschwert hatten, wurde jetzt nachjustiert.

Von Stefan Harter
Das neue Parkhaus an der Leibnizstraße ist seit Anfang April in Betrieb. Foto: Stefan Harter

Magdeburg. Das neue Domviertel zwischen Danzstraße und Keplerstraße liegt in den letzten Zügen. Die meisten Wohnungen und Geschäfte sind längst bezogen. Anfang dieses Monats wurde nun das neue Parkhaus an der Ecke Leibnizstraße/Danzstraße als vorletzter Bestandteil des Gebäudeensembles in Betrieb genommen.

Die über 400 Parkplätze sollen für eine spürbare Entlastung der Parksituation rund um den Hasselbachplatz sorgen. Auch die Kunden des Supermarkts können dort ihre Fahrzeuge bei Bedarf abstellen.

Unmittelbare Anwohner berichten jedoch über ein Problem, das sie im wahrsten Sinne des Wortes um den Schlaf bringt. Denn schon während der Bauzeit brannte auf allen Parkdecks die ganze Nacht hindurch das Licht. Was während der Bauphase noch verständlich war, sei jetzt nach der Eröffnung aber immer mehr ein Ärgernis.

Licht brennt die Nacht hindurch

„Die Beleuchtung brennt ohne Pause die kompletten Nächte durch. Es handelt sich hier nicht um eine Notbeleuchtung, sondern um die direkte Hauptbeleuchtung“, heißt es in einer Leserzuschrift. Das Licht sei an, ohne dass sich irgendjemand auf dem Parkdeck aufhält.

Für eine Notbeleuchtung habe man Verständnis. Eine Lösung mit Bewegungsmeldern sollte doch aber möglich sein, damit das Licht nach einigen Minuten wieder abgeschaltet wird. Mehrere Anfragen beim Betreiber hätten aber nicht zu einer Lösung geführt.

Mittlerweile gibt es diese aber doch. Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) hat das Parkhaus gebaut und betreibt es auch. Auf Volksstimme-Anfrage heißt es von dort, dass „die Beleuchtung im Parkhaus nach den ersten Erfahrungen inzwischen bereits angepasst und auf ein Minimum reduziert wurde“.

Gutachter erstellt Lichtkonzept

Dazu sei ein Gutachter beauftragt worden, der im Rahmen bestimmter Auflagen und Richtlinien für ein Parkhaus das Lichtkonzept weiterentwickelt habe. Dabei ging es explizit darum, „das gesamte Licht im Parkhaus, unter Berücksichtigung der Verkehrspflicht, auf das Notwendigste zu reduzieren“.

Entsprechend dem Gutachten sei die Beleuchtung in der vergangenen Woche angepasst worden. So wurden diverse Leuchten abgeschaltet. Weiterhin seien auf den Etagen die vorgeschlagenen Bewegungsmelder installiert worden. „Die Leuchtdauer kann hier individuell angepasst werden und ist aktuell auf ein Minimum eingestellt“, teilt die Wobau mit. Zur Steuerung wurde zudem eine „Astro-Uhr“ eingebaut, die das Licht an den Auf- und Untergang der Sonne anpasst.

In den kommenden Wochen werde zudem ein Blendschutz installiert und eine Fassadenverkleidung vor dem Parkhausgerüst montiert. Auch dies soll zur Reduzierung der Beleuchtung beitragen. Aus Verkehrssicherheitsgründen müsste aber nachts das Licht „in einem gewissen Umfang“ eingeschaltet bleiben.