Magdeburg l Fahren Sie mit Bus und Bahn? Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs forderten kürzlich die Menschen auf, während der Corona-Krise auf „nicht notwendige Fahrten mit öffentlichen Beförderungsmitteln“ zu verzichten. Und Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) erklärte vor zwei Wochen, dass Schüler auch mal zur Schule laufen könnten, „wenn es zumutbar ist“. Während der Corona-Pandemie sind einige Bürger verunsichert, ob das Fahren mit Bus und Bahn sicher ist oder ob sie sich dort doch mit dem Virus infizieren könnten.

Diese Sorge sei unbegründet, erklärte Birgit Münster-Rendel, Geschäftsführerin der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) in einer Mitteilung. „Der ÖPNV ist kein Corona-Hotspot“, meinte sie. Das hätten verschiedene Studien gezeigt. Zudem würden die MVB Maßnahmen umsetzen, die dem Schutz vor dem Virus dienen. Dazu zählen:

Automatisches Öffnen der Türen: Die Straßenbahnen öffnen an jeder Haltestelle bis 21 Uhr automatisch alle Türen. Dies soll für eine gute Durchlüftung sorgen und die Aerosol-Konzentration in der Luft senken. Auch nach 21 Uhr und am Wochenende würden automatisch alle Türen geöffnet werden, jedoch nur nach vorherigem Haltewunsch durch den Fahrgast. Bei Bussen sei ein automatisches Öffnen technisch nicht möglich.

Lüften: An den Endhaltepunkten werden die Türen generell offengehalten, um die Fahrzeuge durchzulüften, heißt es. Auch die Klappfenster werden von den Fahrern geöffnet. Es könne aber vorkommen, dass Fahrgäste die Fenster während der Fahrt wieder schließen.

Desinfektion der Handkontaktflächen: An einigen Endhaltestellen werden die Busse und Bahnen während des täglichen Betriebs zusätzlich gereinigt. Dafür seien drei bis fünf Mitarbeiter einer Reinigungsfirma im rotierenden System im Einsatz, erklärte MVB-Sprecher Tim Stein auf Volksstimme-Nachfrage. So könne sichergestellt werden, dass möglichst viele Busse und Bahnen am Tag zusätzlich gereinigt werden. Hauptaugenmerk liege auf der Desinfektion der Handkontaktflächen.

Glaswände zum Fahrer: Alle Busse seien mit trennenden Glaswänden zum Fahrpersonal ausgestattet worden. Die Fahrer der Straßenbahn haben eine abgeschlossene Kabine. Maskenpflicht bestünde für die Fahrer nur, wenn sie in den Fahrgastraum treten oder beispielsweise Rollstuhlfahrern beim Ein- und Aussteigen helfen, so Stein.

Maskenpflicht: Für alle Fahrgäste besteht – bis auf wenige Ausnahmen – eine Maskenpflicht. Diese werde regelmäßig kontrolliert, an manchen Tagen auch mit Unterstützung der Polizei. Bislang seien aber nur wenige Verweigerer erwischt und ermahnt worden, erklärte der MVB-Sprecher. Und auch Polizei-Sprecherin Heidi von Hoff berichtete, dass bislang „bis auf wenige Einzelfälle keine Verstöße gegen die Maskentragepflicht festgestellt“ worden seien. Allerdings würden dazu auch „keine konkreten Statistiken geführt“ werden. Stein kündigte zugleich eine Großkontrolle an, die in den nächsten Tagen stattfinden soll.

Standardfahrplan für größtmöglichen Platz: Die MVB haben laut Stein eine zusätzliche Schülerfahrt auf der Linie 71 eingesetzt, allerdings schon vor der Pandemie. Ansonsten sei mit dem regulären Fahrplan alles ausgereizt. „Mehr geht nicht“, so Stein. „Es rollt alles, was rollen kann. Wir haben alle Fahrzeuge im Einsatz.“ Gleichwohl könnten einzelne Fahrten insbesondere zu Stoßzeiten voller sein, so dass die Mindestabstandsregel nicht immer umzusetzen sei, räumt der MVB-Sprecher ein. Ausnahme bilde der Nachtverkehr, der nur noch stündlich statt halbstündlich verkehrt.