Magdeburg l Mehr als 50 Menschen hatten sich im Oktober 2020 bei einer Party in Magdeburg mit dem Coronavirus angesteckt, dazu weitere Kontaktpersonen, insgesamt mehr als 80 Personen. Jetzt soll die Geburtstagsparty mit 120 Teilnehmern, bekannt auch als Oktoberfest, ein Fall für die Staatsanwaltschaft werden. Das teilte Oberbürgermeister Lutz Trümper am Donnerstag mit. Allein diese Party sei für einen Inzidenz-Wert von 35 verantwortlich gewesen.

Trümper sagte: "Die Ermittlungen dazu sind von unserer Seite aus abgeschlossen. Jetzt übergebe ich den Fall an die Staatsanwaltschaft." Er sei nicht bereit, in diesem Fall nur ein Ordnungsgeld zu verhängen. Er bewerte das eher als fahrlässige Körperverletzung. Jetzt wolle er ein Signal setzen, "dass solche Veranstaltungen grober Unfug sind". Ob die Staatsanwaltschaft den Fall annimmt, sei noch unklar.

Aktuell sind in Magdeburg 297 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, teilte das Sozialministerium am Donnerstagabend mit. 32 Neu-Infektionen wurden dokumentiert. Die Gesamtzahl stieg auf 1345 seit Ausbruch der Pandemie. Der Inzidenz-Wert liege laut Stadt derzeit bei 68,61.

23 Patienten mit einer Corona-Infektion werden derzeit in der Uniklinik behandelt, berichtete Amtsarzt Dr. Eike Hennig, 5 davon müssen beatmet werden. Im städtischen Klinikum werden 6 Coronafälle versorgt, keiner davon müsse beatmet werden.