Wettbewerb

Platz da für die Natur vorm Haus

Immer mehr Hausbesitzer in Wolmirstedt entscheiden sich, ihren Vorgarten mit Schotter zu gestalten.

Von Gudrun Billowie

Wolmirstedt l Wolmirstedt will es wissen und fragt: „Wer hat den schönsten Vorgarten?“ Wer sich am Wettbewerb beteiligen möchte, hat noch das gesamte Frühjahr Zeit, um den Vorgarten herzurichten und sich für einen Preis zu qualifizieren. Fotos und eine kurze Beschreibung des Vorgartens werden in der Zeit vom 1. Mai bis zum 31. Juli im Rathaus entgegengenommen. Doch wann gilt ein Vorgarten im Sinne des Wettbewerbs als schön?
Während in vergangenen Generationen akkurate Linien, in Reih ´ und Glied stehende Pflanzen sowie ein ordentlicher Zaun als Maß aller Dinge galten, wird heute mehr Wert darauf gelegt, der Natur Raum zu geben. Ein Vorgarten soll nicht nur schön anzusehen sein, sondern auch Vögeln, Insekten und anderen Kleintieren Unterschlupf und Nahrung bieten.
Diesen Service für das kreuchende und fleuchende Leben bieten Schottergärten nicht. Sie täuschen zunächst vor, pflegeleicht zu sein, doch das will Christa Ringkamp nicht gelten lassen. Sie gehört zum Verein Gartenakademie Sachsen-Anhalt und erklärt: „Zwischen den Steinen siedelt sich mit der Zeit auch Grün an und das lässt sich nur schwer entfernen.“ Außerdem werde im Herbst gern das Laub per Laubbläser von den Steinen gepustet und das hat nichts mit Naturnähe zu tun.
Auch exotische Pflanzen werden nicht zwangsläufig Teil der heimischen Flora und Fauna. Viele solcher fremden Pflanzen bieten heimischen Insekten keine Nahrung an, auch keine Nistplätze für Vögel.