Immobilien

Preise für Eigenheime in Magdeburg um ein Viertel gestiegen

Eigenheimbau ist teuer. Das gilt auch in Magdeburg. Nicht ganz so hoch war der Preisanstieg für Eigentumswohnungen.

Von Martin Rieß
Hausbau an der Stralsunder und der Greifswalder Straße in Nachbarschaft der Nachtweide auf dem Gelände des früheren Junkerswerks  in der Neuen Neustadt. Wie das Land ermittelte, übersteigt in Magdeburg die Nachfrage nach Bauland das Angebot.
Hausbau an der Stralsunder und der Greifswalder Straße in Nachbarschaft der Nachtweide auf dem Gelände des früheren Junkerswerks in der Neuen Neustadt. Wie das Land ermittelte, übersteigt in Magdeburg die Nachfrage nach Bauland das Angebot. Foto: Martin Rieß

Magdeburg

Die Preise für Wohneigentum sind in Magdeburg im Vergleich zum Vorjahr weiter in die Höhe geschnellt. Das geht aus einer Analyse des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Sachsen-Anhalt hervor, die beim Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt erhältlich ist.

Für einen Bauplatz in Magdeburg waren im vergangenen Jahr demnach im Schnitt 185 Euro pro Quadratmeter zu zahlen. Das sind 17 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. In den Randlagen der Landeshauptstadt stiegen die Preise sogar um mehr als 20 Prozent auf rund 110 Euro pro Quadratmeter.

Günstiger ist es im Umland: Hier liegen die entsprechenden Preise im Mittel bei 30 bis 45 Euro pro Quadratmeter.

320.000 Euro für das freistehende Eigenheim

Und dabei handelt es sich nur um die Baugrundstücke. Noch stärker gestiegen sind die Gesamtpreise.

Der mittlere Gesamtkaufpreis von freistehenden Ein- und Zweifamilienhäusern in der Landeshauptstadt ist binnen eines Jahres sogar um 23 Prozent und damit noch viel deutlicher gestiegen. Er lag jetzt bei 320.000 Euro.

Kaum noch Objekte unter 150.000 Euro

Dabei sind in Magdeburg kaum noch Objekte unter 150.000 Euro zu haben. Als Ursache dafür sehen die Gutachter, dass immer mehr neue Häuser auf den Markt kommen. Im vergangenen Jahr entfielen erstmals mehr als die Hälfte der Transaktionen auf jene Gebäude, die nach der Wende 1990 entstanden sind.

Dabei, so der Gutachterausschuss des Landes, ist die Zahl der umgesetzten Baugrundstücke für den individuellen Wohnungsbau in Magdeburg binnen eines Jahres sogar um 13 Prozent zurückgegangen.

Auch im Umland ist es teurer geworden

Dies, so die Einschätzung der Immobilienexperten des Gutachterausschusses, sei auf ein knappes Angebot zurückzuführen. Wer ist günstiger haben möchte, der braucht viel Glück oder Verhandlungsgeschick – oder er zieht aufs Land. Im Landkreis Börde wurde ein durchschnittlicher Gesamtpreis von 132.000 Euro, im Salzlandkreis von 81.000 Euro gezahlt. Dch auch hier waren erhebliche Steigerungen zu beobachten.

Etwas weniger drastisch fallen die Preissteigerungen übrigens bei den Eigentumswohnungen aus. Wenn Wohnungen für Eigentümer neu gebaut werden, dann passiert das in der Region hauptsächlich in Magdeburg. Hier sind die Preise gegenüber 2019 im vergangenen Jahr nur leicht gestiegen – und zwar um drei Prozent auf 3400 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Gebrauchte Wohnungen um vier Prozent teurer

Bei den gebrauchten Eigentumswohnungen stieg die Zahl der Umsätze um zwei Prozent ebenfalls leicht. Der Preis für den Quadratmeter betrug 1200 Euro im Schnitt – das sind vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Ähnliche Steigerungen gab es auch in den Landkreisen. Im Durchschnitt wurden hier allerdings nur 840 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche gezahlt.

Magdeburg ist im Vergleich zu anderen Städten preiswert

Mit den Kostensteigerungen setzt sich ein Trend der vergangenen Jahre fort. Magdeburg hatte seit einem positiven Trend in der Wirtschaft nicht allein an Einwohnern gewonnen. Mit den Einkommenssteigerungen vergangener Jahre auf der einen und sinkenden Zinsen auf der anderen Seite wuchs auch in der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt das Bedürfnis nach Wohneigentum. Dies führte zu Auslastung von Baubetrieben und steigenden Preisen, aber auch höhere Kosten für Material, Energie und Entsorgung schlagen zu Buche.

Auch wenn die Preise in Magdeburg im Vergleich zu den Vorjahren und zum Umland hoch wirken – im Vergleich zu bundesweiten Werten liegt Magdeburg hier am hinteren Ende. Für Baden-Württemberg beispielsweise meldet das statistische Bundesamt für Städte von 200.000 bis 500.000 Einwohnern im zweiten Quartal vergangenen Jahres 1004,56 Euro pro Quadratmeter. In Niedersachsen lag der Preis für das baureife Land bei 347,22 Euro pro Quadratmeter in den Städten dieser Größenklasse.

Der Grundstücksmarktbericht Sachsen-Anhalt 2021 steht im Geoshop des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt gegen eine Gebühr von 30 Euro zum Download bereit.