Magdeburg l Bereits zum Jahresbeginn 2018 war klar, dass der Marego-Verbund, an dem auch die Magdeburger Verkehrsbetriebe beteiligt sind, die Tarife wie in den vergangenen Jahren zum 1. August erhöhen wird. Jetzt ist klar, um wie viel die Preise steigen.

Für die Tarifzone Magdeburg ergeben sich Preissteigerungen für alle Angebote bis auf das Kurzstreckenticket. Dieses bleibt konstant bei 1,50 Euro. Ansonsten erhöhen sich die Preise um von etwas mehr als einem Prozent bei der ermäßigten Abo-Monatskarte und der übertragbaren Abo-Monatskarte bis zu 6,25 Prozent bei den ermäßigten Einzelfahrscheinen und 4er Tickets, deren Preise um 10 beziehungsweise 40 Cent auf 1,70 und 6,80 Euro steigen.

10 Cent mehr pro Fahrt

Auch bei den anderen Angeboten für Gelegenheitsfahrer steigen die Preise stärker als bei den übrigen Tickets. Beim Einzelfahrschein – künftig 2,20 Euro – sowie der entsprechenden 4er Karte beträgt die Kostensteigerung ab 1. August ebenfalls pro Fahrt 10 Cent.

Dass die Preise der Einzeltickets im Vergleich zu den anderen stärker steigen, hat Kalkül: Die Abo-Tickets sollen im Vergleich zur Einzelfahrt günstig gehalten werden. Im vergangenen Jahr haben die Zeitkarten 63 Prozent der Einnahmen aus Fahrkartenverkäufen in Magdeburg ausgemacht. 35 Prozent davon sind Abo- und Jobticketmonatskarten. Die Einzelfahrten machten 2017 rund 17 Prozent der Fahrkarteneinnahmen aus.

Ticket für Bus, Straßenbahn und Zug

Die Tickets gelten über die Grenzen der einzelnen Unternehmen hinweg, so dass man mit den Marego-Tickets, die unter anderem an den Automaten an den Haltestellen der MVB und in den Bussen und Straßenbahnen des Unternehmens verkauft werden, auch die Züge und Regionalbusse der anderen Verbundpartner im Gebiet der jeweiligen Tarifzone ohne weitere Kosten nutzen kann. Das komplette Gebiet der Landeshauptstadt gilt dabei als „Tarifzone Magdeburg“.

Wie in den vergangenen Jahren können Fahrkarten, die vor dem 1. August erworben wurden und deren Preise sich erhöhen, auch dieses Mal noch bis zum 31. Oktober genutzt werden. Bei Abo-Kunden mit monatlicher Zahlung wird der neue Preis ab August erhoben. Bei jährlicher Zahlung behalten die Abo-Karten bis zum Ablauf des gezahlten Jahresbetrags ihre Gültigkeit.

Inflationsrate höher als Preissteigerung

Laut Marego-Verbund liegt die Preissteigerung durchschnittlich bei 2,4 Prozent im gesamten Tarifgebiet. Für den Bereich Verkehr habe die Inflationsrate im vergangenen Jahr mit 2,9 Prozent deutlich darüber gelegen.

Dass hohe Kosten von der Fahrt mit Bus und Bahn abschrecken, ist auf der anderen Seite inzwischen bis in die Bundesregierung vorgedrungen. Und mit dem Blick auf millionenschwere Fördergelder ist in den fünf „Modellstädten zur Luftreinhaltung“ nun sogar von Preissenkungen die Rede. Am 29. Juni 2018 laufen Verhandlungen zwischen dem Bundesverkehrsministerium und Mannheim, Reutlingen, Herrenberg, Bonn und Essen.

Andere Städte wollen Preise senken

Das „Handelsblatt“ berichtete, dass etwa im Nahverkehr von Bonn und Reutlingen ein Jahresticket für 365 Euro im Jahr diskutiert wird. In Magdeburg kostet das zurzeit 514,92 Euro. In Essen sollen Neukunden für ein 30-Monate-Ticket die Hälfte zahlen. Mannheim wolle seine Preise um bis zu ein Drittel senken.

In Magdeburg haben Passagiere derweil andere Themen. Zum einen gilt der Sommerferienfahrplan, bei dem Busse und Bahnen seltener als sonst fahren. Zum anderen gibt es wegen der Streckensperrung auf der Leipziger Straße Schienenersatzverkehr.