Sanierung

Radweg über Kanonenbahnbrücke in Magdeburg wohl nur mit Wohnungsbau möglich

Allzu bald wird wohl kein Radweg über die Kanonenbahnbrücke in Magdeburg führen. Auf längere Sicht bleibt aber eine Option offen.

Von Konstantin Kraft
Im Vordergrund die denkmalgeschützte Kanonenbahnbrücke über die Alte Elbe in Magdeburg. Dahinter zeichnet sich die Anna-Ebert-Brücke ab.
Im Vordergrund die denkmalgeschützte Kanonenbahnbrücke über die Alte Elbe in Magdeburg. Dahinter zeichnet sich die Anna-Ebert-Brücke ab. Konstantin Kraft

Magdeburg - Verlassen und recht trostlos steht sie da im Fluss. Die Zugänge sind mit Gittern versperrt. Auf dem Oberbau wächst allerlei Gestrüpp. In naher Zukunft wird sich an diesem Zustand der Kanonenbahnbrücke über die Alte Elbe wohl nichts ändern. Zuletzt keimten Hoffnungen auf, dass die Brücke zeitnah als Radweg saniert werden könne (Volksstimme berichtete).

Nicht Teil im Radverkehrskonzept

Sogar ein lukratives Förderprogramm mit einer Förderquote bis zu 90 Prozent war von den Befürwortern in Stellung gebracht worden. Ein entscheidender Punkt fehlte aber: Der Eigentümer sah sich nach Auskunft der Stadt nicht in der Lage, den nötigen Eigenanteil aufzubringen. Hinzukamen planungsrechtliche Hürden. So sei der Brückenzug nicht im Rahmenplan für den Rotehornpark aufgenommen.

Gleiches gelte für das erst kürzlich beschlossene Radverkehrskonzept für die Landeshauptstadt. Unterm Strich wären damit die Förderkriterien zur Radweg-Sanierung nicht erfüllt worden. Seit Wochen ist es wieder still geworden um die Brücke.

Merkliches Zeichen: Ein Banner des ADFC, das über lange Zeit an einem Brückengeländer flatterte und einen Radschnellweg einforderte, hängt da jetzt nicht mehr. Auf kurze Sicht rückt ein Radweg über die Kanonenbahnbrücke in weite Ferne. Langfristig gesehen, scheint es aber noch eine aktive Option zu geben. Darauf verwies die Stadtverwaltung in einer aktuellen Stellungnahme zu einer Anfrage von Linken-Stadträtin Anke Jäger. Die ambitionierte Idee, die Brücke für eine Wohnbebauung zu ertüchtigen, ist weiter akut.

Verhandlung über Grundstücksfragen

Der Investor hatte sich vor diesem Hintergrund auch positiv zu einem Radweg geäußert, der unter den möglichen Wohnhäusern entlangführt. Klar scheint, dass die Umsetzung dieses Projektes noch etwas dauern dürfte. Der Umbau wird aufwendig werden. So müsste der Radweg unter Berücksichtigung des Hochwasserschutzes höher gebaut werden, als er jetzt ist, „um bei zukünftigen Hochwassern kein Problem zu werden“, heißt es aus dem Rathaus.

Auf Nachfrage der Volksstimme unterstrich Investor Rolf Onnen, dass die vorgestellten Pläne für eine Wohnbebauung der Kanonenbahnbrücke weiterhin verfolgt würden. Mehr noch: Aktuell fänden Verhandlungen mit der Stadt zu Grundstücksfragen statt. „Das ganze Projekt steht und fällt mir der Realisierbarkeit in den Grundbüchern“, so Onnen. Der Weg, der unterhalb der geplanten Wohnungen verlaufen würde, solle dann für Radfahrer geöffnet werden. Von heute auf morgen wird das aber nicht klappen. „Es braucht seine Zeit.“

Für unbegründet hält Rolf Onnen dagegen die Sorge, dass die Kanonenbahnbrücke im aktuellen Zustand eine Gefahr für die benachbarte Anna-Ebert-Brücke darstellen könnte. Die Stadtverwaltung hatte herausgestellt, dass ihr keine baulichen Sicherungsmaßnahmen bekannt seien, die in den letzten Jahren an dem Brückenzug erfolgt wären. Onnen sieht hier keine Gefahrenquelle. Das Eigengewicht der Brücke wäre hoch genug, um auch im Falle eines Hochwassers gegen angespülte Objekte standhalten zu können.

Visualiserung einer möglichen Brückenbebauung der Kanonenbahnbrücke in Magdeburg.
Visualiserung einer möglichen Brückenbebauung der Kanonenbahnbrücke in Magdeburg.
Foto: Sattler+Täger Architekten GmbH Magdebur