Magdeburg l Im Juni und im November 2021 enden die Amtszeiten von Klaus Zimmermann (CDU) und Simone Borris (parteilos) als Dezernatschefs für Finanzen und Soziales im Magdeburger Rathaus. Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) schlägt vor, auf die Ausschreibung der Stellen zu verzichten und die Amtszeit beider Stadtminister um weitere sieben Jahre zu verlängern. Ein entsprechender Beschlussvorschlag an den Stadtrat wurde am 30. Juni 2020 öffentlich. Die Entscheidung im Rat ist erst im Oktober angesetzt.

Borris, vor 57 Jahren in Gardelegen geboren und seit Anfang der 1970er Jahre in Magdeburg zu Hause, hatte vor ihrer von einer großen Ratsmehrheit getragenen Amtsübernahme Ende 2014 schon 14 untadlige Dienstjahre im städtischen Sozialamt abgeleistet und führt auch das Dezernat weitgehend kritiklos. Zimmermann, ebenfalls 57 Jahre alt und in Calvörde beheimatet, leitet das Finanzdezernat bereits seit 2007 (zuvor seit 1998 Fachbereichsleiter Finanzen im Rathaus) zur Zufriedenheit seines Dienstvorgesetzten Trümper und großer Ratsteile. Bereits 2014 ging er als einziger geeigneter Kandidat in die Wiederwahl und bestand sie einigermaßen schadlos (32 von 48 Stimmen im Rat). Seit 2014 vertritt Zimmermann überdies den Oberbürgermeister als erster Stellvertreter.

Beide – Borris und Zimmermann – dürfen sich berechtigte Hoffnung auf Verlängerung machen.

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Kosten und Neven sparen

Mit einem Verzicht auf Ausschreibung und Neuwahl könnten Verwaltung und Rat – mehrheitliche Einigkeit vorausgesetzt – Kosten sparen und Nerven schonen. Vorangegangene Beigeordnetenwahlen, so auch die letzte im Mai, sorgten regelmäßig für heftige politische Gefechte hinter verschlossenen Türen und im Ergebnis bisweilen für Überraschungen. Eine solche kann man Regina-Dolores Stieler-Hinz nennen. Die Frau mit Grünen-Parteibuch wurde im Mai zur neuen Dezernatschefin für Kultur, Schule und Sport bestimmt und tritt – aus Minden kommend – just heute das Amt als Neumagdeburgerin an. Anfang August übernimmt CDU-Frau Sandra Yvonne Stieger – ebenfalls Wahlsiegerin im Mai – das Wirtschaftsressort. Ihre Wahl galt schon im Vorfeld als abgemachte Sache zwischen CDU, SPD und Grüne/future!. An Ausschreibung (103 Bewerbungen!) und Neuwahlen in den Ressorts Kultur und Wirtschaft kam die Stadt nicht vorbei, weil die Amtsvorgänger von Stieler-Hinz und Stieger sich in den Ruhestand verabschieden (Seite 14). Ebenso tut das 2021 der Baubeigeordnete Dieter Scheidemann. Um die Neubesetzung dieses wichtigen Ressorts kündigen sich erneut interne Schlachten an.

Die Amtszeit des Ordnungsbeigeordneten Holger Platz (SPD) endet erst 2022.