Landtagswahl

„Ravende Europäer*innen“ gehen in Magdeburg auf die Straße

In Magdeburg machen junge Menschen auf der Straße lautstark mobil gegen rechtspopulistische Tendenzen. Anlass ist die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

Von Martin Rieß
Demo  von Regina ("Ravenden Europäer*innen gegen Intoleranz und Nationalismus ) in Magdeburg. Hier ein Bild aus der Jakobstraße.
Demo von Regina ("Ravenden Europäer*innen gegen Intoleranz und Nationalismus ) in Magdeburg. Hier ein Bild aus der Jakobstraße. Foto: Martin Rieß

Magdeburg - In Magdeburg ziehen am 5. Juni 2021, die „Ravenden Europäer*innen gegen Intoleranz und Nationalismus“ - kurz „Regina“ - durch die Straßen. Anlass für zwei Demonstrationsrouten, Zwischenstopps und laute Musik vom Lkw sowie eine Abschlusskundgebung im Stadtpark ist die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt einen Tag später.

In der Erklärung vor der Veranstaltung hieß es: „Mit Sorge blicken wir auf die vor kurzem veröffentlichen Wahlprognosen. Mit der AfD droht eine Partei stärkste Kraft zu werden, die unter anderem aus der Europäischen Union austreten, den Euro abschaffen, Klimapolitik einstellen und anstelle eines bereits gelebten pluralen Multikulturalismus eine nicht näher bezifferbare ,dominante deutschen Leitkultur' einführen will.“

Mehrere Umfrageinstitute hatten in den vergangenen Wochen die politische Stimmungslage im Land beurteilt. Eine Umfrage hatte die AfD vorn gesehen, andere rechnen mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen der CDU mit der AfD. Alle Umfragen hatten auch Die Linke, die SPD, die Grünen - und neu seit vielen Jahren - die FDP im Landtag gesehen.

Am Abend zuvor hatte die AfD ihre Abschlusskundgebung auf dem Domplatz gegeben. Unter Pfiffen und Buh-Rufen einer etwas größeren Menge an Gegendemonstranten wurden auf dem Domplatz die Wahlkampfparolen der Partei bekräftigt, die seit den Landtagswahlen 2016 die zweitgrößte Fraktion im Landtag Sachsen-Anhalts stellt.

Regina als Organisatorin der Demo am Vortag der Landtagswahl jedenfalls sieht die Arbeit der AfD im Landtag kritisch und erklärte unter anderem: „Ein Blick auf die vergangenen fünf Jahre zeigt, dass die Funktionäre der AfD den Anforderungen nicht gewachsen sind: Zahlreiche Abgeordnete verließen nach Streitigkeiten die Landtagsfraktion. Abgeordnete beschäftigen rechtsextreme Mitarbeiter. Die Pflege einer sprachlich verrohten Debattenkultur, die eines Landtags nicht würdig ist.“

Für den Protest steht unter anderem noch um 17.30 Uhr eine Kundgebung am Bahnhof Buckau auf dem Programm. Um 19 Uhr sollen sich die beiden Demonstrationszüge am Hasselbachplatz treffen. Gegen 20.15 Uhr werden sie den Stadtpark erreicht haben, wo eine Abschlusskundgebung geplant ist.

Aufgrund des Starkregens, der am Nachmittag in Magdeburg eingesetzt hatte, war die Zeitplanung zuletzt aber durcheinandergekommen: Um den Regen abzuwarten, hatte man unter einer Brücke eine Pause eingelegt. Laut den Veranstaltern beteiligten sich an den beiden Demonstrationszügen jeweils rund 400 Personen.