Magdeburg l Mindestens 504 Menschen sind 2018 in Deutschland im Wasser ertrunken, gab die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft bekannt. Die meisten Todesfälle ereignen sich an ungesicherten Badegewässern. Umso wichtiger ist es also, dass ausgebildete Schwimmer für Sicherheit sorgen. Im Interview mit Volksstimme-Praktikant Martin Heddergott berichtet der 25-jährige Dennis Krämer, Integrated Design Engineering-Student an der Universität Magdeburg, seinem Alltag als Rettungsschwimmer.

Was hat dich dazu motiviert, Rettungsschwimmer zu werden?
Dennis Krämer: Ich habe damals im Rahmen meines Bachelorstudiums mein Rettungsschwimmerabzeichen in Silber absolviert und wollte dieses auch für meinen Nebenjob nutzen. Zudem arbeite ich lieber an der frischen Luft als in einem Büro.

Welche Voraussetzungen braucht man, um Rettungsschwimmer zu werden?
Dazu muss man ein Rettungsschwimmerabzeichen (mindestens Silber) erlangen und einen aktuellen Nachweis über einen Erste-Hilfe-Kurs erbringen. Zudem sollte man pflichtbewusst und teamfähig sein sowie über eine konzentrierte Beobachtung und sehr gute schwimmerische Fähigkeiten verfügen.

Welche Aufgaben haben Rettungsschwimmer?
Badeunfälle jeglicher Art sind heutzutage leider keine Seltenheit mehr. Neben der Überwachung des Badebetriebes und dem Erkennen gefährlicher Situationen gehören zu den Aufgaben eines Rettungsschwimmers unter anderem das Einleiten von Maßnahmen zur Rettung von Personen, Erste Hilfe leisten, Ansprechpartner für die Badegäste sein und je nach Einsatzort Pflege bzw. Instandhaltung des Objektes.

Wozu sind Rettungsschwimmer alles in der Lage? Was können sie durchführen?
Durch die Prüfung zum Rettungsschwimmer lernt man, wie man an eine in Not geratene Person heranschwimmt, mit welcher Technik diese abzuschleppen und zu bergen ist, wie man sich aus Halte- und Würgegriffen befreit und wie man im Falle eines Notfalls weiter vorgeht. Zudem werden natürlich auch die Schwimmfähigkeiten geschult, um auch weitere Strecken zurücklegen zu können.

Was war für dich bisher das Schlimmste, was du im Einsatz erlebt hast?
Eine Frau hatte beim Uni-Triathlon einen Krampf und schrie lauthals um Hilfe. Als ich vom Boot zu ihr geschwommen bin, hatte sich der Krampf zum Glück schon gelöst und die Frau konnte selbstständig an Land schwimmen. Trotzdem ist mein Puls in diesem Moment rasant in die Höhe geschossen.

Wie sollten sich "Opfer" im Wasser verhalten, wenn sie von einem Rettungsschwimmer gerettet werden?
Den Umständen entsprechend ruhig bleiben und nicht krampfhaft versuchen, sich am Rettungsschwimmer festzuhalten oder diesen unter Wasser zu drücken. Natürlich ist das in einer solchen Situation leichter gesagt als getan.

Bei Interesse, selbst als Rettungsschwimmer Menschen zu helfen, bitte bei Wasserwacht melden.