Magdeburg l Die Saison des Steinzeitdorfes in Randau neigt sich dem Ende zu. Wie das Organisationsteam mitteilte, findet am 12. Oktober der große Saisonabschluss in der Freiluftanlage statt. Mit einem großen Fest wollen die Männer und Frauen des Fördervereins noch einmal auf die erfolgreichen letzten Monate zurückblicken. Rund 1200 Jungen und Mädchen sowie mehrere Hundert Besucher waren gekommen, um sich über die rekonstruierte Anlage zu informieren und einen Blick in eine längst vergessene Zeit zu werfen.

Schon seit vielen Jahren werden vor allem Schulklassen aus der Umgebung durch die Anlage geführt. Das grüne Klassenzimmer gibt es an sich bereits seit 2003. Damals wurde die Anlage fertiggestellt. Vor allem die Steinzeit wollen die Mitglieder genauer beleuchten. Das geht auf die Funde zurück, die bereits im ersten Drittel des letzten Jahrhunderts in Randau gemacht wurden.

Für den Aufbau starkgemacht

Damals waren von einem Magdeburger Architekten die Grundrisse eines altertümlichen Gebäudes entdeckt und detailliert aufgezeichnet worden. Vor allem den ab den 90er Jahren zugezogenen Randauern ist es zu verdanken, dass es das Dorf in seiner heutigen Form gibt. Sie hatten sich damals für einen Aufbau starkgemacht.

120 000 Euro für Sanierung

So entstanden das Schönfelder Haus, das Linienbandkeramikhaus sowie das mittelalterliche Grubenhaus. Im letzteren wird den Besuchern erklärt, wie ein Webstuhl funktioniert.

Mittlerweile gibt es auf dem Gelände auch eine Keramikwerkstatt sowie einen Ofen zum Brotbacken und einen Schießstand für Pfeil und Bogen. Durch eine Förderung von etwa 120 000 Euro durch die Stadtverwaltung konnten zum Anfang der Saison das Schönfelder Haus sowie der Keramikofen saniert werden. Für das nächste Jahr wird die Sanierung des Linienbandkeramikhauses anvisiert.

Auch an einer Zusammenarbeit mit dem Ringheiligtum in Pömmelte sind die Fördervereinsmitglieder stark interessiert. Erste Gespräche, auf Einladung des Staatssekretärs für Kultur Gunnar Schellenberger, haben bereits stattgefunden. Eine große Werbekampagne, die vor allem auf Besucher aus Fernost abzielt, wird dort derzeit entwickelt. Der Bund will diese wiederum fördern. Zwar beleuchten beide Stätten völlig verschiedene Zeiten, jedoch wollen die Randauer trotzdem gern kooperieren. Letztendlich sollen beide Stätten davon profitieren. Allein schon die räumliche Nähe macht diese Idee so verlockend.

1200 Jungen und Mädchen zu Besuch

Bevor die Saison jedoch komplett vorbei ist, wird noch mal ordentlich gefeiert. Von 12 bis 18 Uhr öffnen sich die Tore des Steinzeitdorfes am 12. Oktober ein letztes Mal. So können die Besucher die Steinzeit mit ihren eigenen Sinnen erleben. Zum Beispiel beim Brotbacken im Lehmofen oder beim Jagen und Sammeln. Außerdem kann noch, egal ob groß oder klein, getöpfert sowie Pfeil und Bogen ausprobiert werden.

Obendrein wird ein Theaterstück des Theatervereins Randau zu erleben sein. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Neben Stockbrot gibt es auch Gegrilltes, Kaffee und Kuchen sowie Getränke zur Erfrischung und zum Aufwärmen.

Wer am 12. Oktober „in Gewandung“ erscheint, dem winkt, so die Fördervereinsmitglieder, ein Freigetränk.