Magdeburg l Der Magdeburger Anglerverein konnte in einer Notaktion im Laufe des Sonntags, 26. August, knapp 350 noch lebende Fische fangen und innerhalb des Salbker Sees I umsetzen, berichtete Vereinsvorsitzender Harald Rohr gegenüber der Volksstimme.

Besorgte Bürger hatten am Sonntagmorgen bei der Feuerwehr angerufen und berichtet, dass nach dem ersten großen Fischsterben Mitte August nun erneut tote Fische auf dem Wasser treiben würden. Außerdem soll das Wasser sehr übel gerochen haben.

Anglerverein kontrolliert den See

Der Magdeburger Anglerverein reagierte umgehend und leitete eine Gewässerkontrolle ein. Auch ein Mitarbeiter des Magdeburger Veterinäramtes war vor Ort und entnahm Wasser- und Fischproben, um diese untersuchen zu lassen.

Eine erste Auswertung der Kontrolle gab Vereinschef Harald Rohr dann am Nachmittag der Volksstimme. Im See, Höhe alte Badeanstalt, seien tote, am Gewässerboden liegende kleine Schlammpeitzger (Schlammbeißer) festgestellt worden. Die Anzahl halte sich aber in Grenzen. Es seien 80 bis 100 Stück gefunden worden, berichtet Rohr. „Weil zu vermuten ist, dass die Fische von Möwen, Seeschwalben oder anderen Wasservögeln aufgenommen werden, wurde kein Absammeln der toten Fische in Erwägung gezogen“, so der Chef der Magdeburger Angler. Weitere tote Fische habe man nicht festgestellt.

Giftige Stoffe im Wasser?

Doch der Geruch des Wasser gebe zu denken. Das Wasser rieche übel, sei mit weißlichen „Schleierwolken“ durchsetzt. Das lasse die Vermutung zu, dass sich vom Gewässergrund möglicherweise Schwefelwasserstoffverbindungen gebildet und freigesetzt haben, die eine weitere Sauerstoffauszehrung mit sich bringen könnten. Die Schwefelwasserstoffverbindungen seien giftiger als z. B. Blausäure.

Weil der Bereich des alten Badestrandes wegen des geringen Wasserstands des Sees von einer normalen Wasserzirkulation im übrigen See abgeschnitten sei, komme keine „Restdurchlüftung“ dieses Abschnitts zustande.

„Unserer Auffassung nach würde es langfristig zu einer Entspannung führen, wenn die derzeit trocken liegende Sandbank zur Insel mittels Bodenaushub geöffnet würde, so dass ein durch Wind bedingter Wasseraustausch begünstigt würde“, erläutert Harald Rohr eine mögliche Lösung. Der Bodenaushub könnte am Gewässerrand abgelegt werden, so dass keine Nachfolgekosten anfallen dürften, lautet ein weiterer Vorschlag.

Lage weiter beobachten

Der Magdeburger Anglerverein will die Lage am See nun erst mal weiter beobachten. Die Leitstelle der Feuerwehr Magdeburg, die Wasserschutzpolizei und weitere Behörden seien zeitgleich über das Ergebnis der Kontrolle informiert worden, so Harald Rohr.