Magdeburg l Mit einer Prioritätenliste hat der Magdeburger Stadtrat festgelegt, in welcher Reihenfolge die Schulhöfe in der Stadt auf Vordermann gebracht werden sollen. Mit einem Antrag wollten der SPD-Stadtrat Christian Hausmann und Grünen-Stadträtin Julia Bohlander eine Sanierung des Schulhofs der Ganztags- und Sekundarschule „Wilhelm Weitling“ in der Sankt-Josef-Straße neben den laufenden Vorhaben auf der Liste auf den Weg zu bringen. Die beiden hatten den Hilferuf aus der Schule erhört und hatten gemeinsam mit Vertertern des Fachbereichs „Schule und Sport“ aus der Magdeburger Stadtverwaltung der Einrichtung einen Besuch abgestattet.

Das letzte Wort zum Thema hat zwar der Magdeburger Stadtrat – doch nach einer umfangreichen Diskussion hatten die beiden Kommunalpolitiker nicht einmal im Ausschuss für Bildung, Schule und Sport eine Mehrheit finden können. Unter anderem hatte CDU-Stadtrat Bernd Heynemann wissen wollen, wozu denn eine Prioritätenliste geschaffen worden sei, wenn man dann an ihr vorbeiarbeitet. Die Sorge: Beachtet werde vor allem, wer am lautstärksten für seine Wünsche trommelt. Ein Problem hinter einem entsprechenden Beschluss: Es ist völlig unklar, an welcher Stelle zusätzliche Ausgaben für den Schulhof in Neu-Olvenstedt eingespart werden sollten.

Hundekot in Weitsprunganlage

Und mit Blick auf Verschmutzungen auf den Außenanlagen mochte AfD-Stadtrat Ronny Kumpf darin keinen Grund erkennen, warum auf diesem Schulhof ein besonders dringender Handlungsbedarf bestehe.

Hintergrund: Von ihrem Arbeitsbesuch in der Weitlingschule hatte die Grünen-Stadträtin Julia Bohlander auf den Umstand verwiesen, dass aufgrund eines fehlenden Zauns immer wieder Fremde auf das Areal vordringen und ihre Hunde ihr Geschäft in der Weitsprunganlage verrichten lassen. Eine einfache Reinigung sei hier nicht möglich, sondern Sand müsse ausgetauscht werden. Zuletzt war dies fällig, kurz nachdem frischer Sand angefahren worden war. Als weiteres Problem benannten die beiden Antragsteller Unrat, dass von der beanchbarten, leerstehenden Schule aufs Geläde geworfen werde, das Fehlen einer Überdachung und ein loser Hofbelag, der insbesondere bei Nässe sich als Verunreinigung von den Schuhen im Inneren des Schulgebäudes wiederfindet.

Anderer Weg für Volkshochschule gesucht

Als vom Ausschuss dem Stadtrat empfohlenen Kompromissvorschlag brachte Linke-Stadtrat Dennis Jannack eine Prüfung ins Spiel: Auf der Prioritätenliste für die Sanierung von Schulhöfen steht nämlich auch die Volkshochschule in der Leibnizstraße. Die Zaunanlage war aber bereits mit Mitteln des Denkmalschutzes saniert worden. Hier solle die Stadt nun prüfen, ob entsprechende Geldquellen nicht auch für weitere Arbeiten am Hof für die Erwachsenenbildung erschlossen werden könnten. Wenn eine derartige Finanzierung möglich sei, solle die Gemeinschaftsschule aus Neu-Olvenstedt auf Platz zehn der Prioritätenliste eingefügt werden.

Stefan Matz, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Schule und Sport in der Stadtverwaltung, wies in der Diskussion darauf hin, dass zumindest für die Planungen 20.000 Euro im Haushalt eingestellt werden. Und Planungen erfolgten üblicherweise mit dem Ziel, in absehbarer Zeit auch zu bauen.