Magdeburg l Mehrere Tage war 2018 das Baden im Barleber See in Magdeburg verboten. Grund: Giftige Blaualgen hatten sich aufgrund eines hohen Phosphorgehalts sehr stark vermehrt. Um Gesundheitsgefahren auszuschließen, hatte die Stadtverwaltung an den kritischen Tagen das Bad im See verboten.

Damit das nicht noch einmal vorkommt, ist jetzt eine Restaurierung des Barleber Sees beschlossene Sache: Der Magdeburger Stadtrat hat dem Vorschlag der Verwaltung zugestimmt, im kommenden Jahr 1250 Tonnen Aluminiumsulfat nach und nach in das Gewässer einbringen zu lassen. Investiert wird mehr als eine Million Euro.

Salz soll Phosphorgehalt senken

Mit dem Salz soll der viel zu hohe Phosphorgehalt in dem See gesenkt werden. In einer chemischen Reaktion werden die Mineralien zunächst ausgefällt. Das heißt, es bilden sich Flocken, in denen sie gebunden sind, die dann auf den Boden sinken. Die chemische Verbindung sorgt dann aber auch dafür, dass der Phosphor nicht wieder aus dem Kies und Schlamm am Boden des Sees gelöst wird, so dass es vorerst nicht wieder zu einem starken Anstieg des Phosphorgehalts im Seewasser kommt.

Zwar gibt es nur wenig Erfahrungen mit Seen der Größenordnung des Barleber Sees. Auf der anderen Seite hatte es im Labor vielversprechende Ergebnisse gegeben. Zudem war die Methode 1986 bereits zum Einsatz gekommen – und für drei Jahrzehnte war das Wasser seitdem sauber geblieben. Und in jüngerer Zeit war die Methode beim mit dem Barleber See vergleichbaren Seddiner See südwestlich von Berlin genutzt worden.

Schuld sind erhöhte Choridwerte

Und woher kommt der Phosphor im See? In seiner Studie verweist Prof. Dr. Olaf Mietz auf hohe Chloridwerte im Wasser. Die Rede ist von 170 bis 190 Milligramm pro Liter. Im Grundwasser wäre ein Wert von 25 bis 35 Milligramm pro Liter normal.

Erhöhte Chloridwerte seien in der Regel ein Zeichen von organischen Belastungen oder Verunreinigungen „Aufgrund dieser hohen Werte muss auf jeden Fall noch einmal die Kanalisation und Abwasserbeseitigung in den unmittelbar angrenzenden Naherholungsgebieten geprüft werden“, heißt es in der Studie des Fachmanns.