Magdeburg l Das Wasser im Barleber See macht am Freitagvormittag einen klaren Eindruck, keinerlei Blaualgen in Sicht. Die Badeverbot-Schilder am Strand werden abgenommen und durch Schilder mit der Aufschrift „Blaualgen-Warnstufe“ ersetzt. Bereits mehrmals hatte die Stadt in diesem Sommer ein Badeverbot für den See in Magdeburgs Norden verhängt. Die Situation könne sich innerhalb kürzester Zeit verändern, erklärt Matthias Puhle, der Beigeordnete für Kultur, Schule und Sport.

Ist im einen Moment noch ein dicker Algenteppich am Ufer zu sehen, kann nur wenige Stunden später der Wind die Algen auseinandergetrieben und in entfernte Bereiche des Sees geweht haben. Dass die Meldungen sich täglich ändern, sei kein „akzeptabler Zustand“, sagt Puhle. Und ergänzt: „Auch aus Einnahme-Gründen.“

Bereits seit 2016 sorgen Blaualgen für Probleme. Die sogenannten Cyanobakterien können giftig sein. Im kommenden Jahr soll es mit dem Hin und Her in Sachen Badeverbot ein Ende haben. Das kündigte Matthias Puhle am Freitag an. Das Ziel: Im Frühjahr 2019 soll mit der Restaurierung begonnen werden. Mit welcher Methode der See wieder auf Vordermann gebracht wird, ist allerdings noch offen.

Bilder

Finanzierung ist gesichert

Das Problem: der hohe Phosphorgehalt, der die Bildung der vielen Blaualgen überhaupt erst möglich macht. Phosphor gilt als ihr wichtigster Nährstoff. Es werde dem Sportbeigeordneten zufolge nach einer Lösung gesucht, bei der die Phosphate gebunden und auf den Boden des Sees sinken werden.

Was deswegen jetzt alles noch untersucht wird: Es sollen in den kommenden Monaten die genauen Phosphorkonzentrationen unter die Lupe genommen werden sowie die Pflanzen- und Fischarten, die dem Gleichgewicht des Sees zuträglich seien. Dazu müsste vorerst ermittelt werden, welche Fische genau dort leben. Zudem soll gemessen werden, ob regelmäßig weiterhin Phosphor im See landet – zum Beispiel über das Grundwasser.

Für diese Aufgaben wird derzeit nach Spezialisten und Planungsbüros gesucht. Möglicherweise kämen die Experten infrage, die auch das Blaualgenproblem am Arendsee auf dem Tisch haben. Matthias Puhle betont: „Die Finanzierung sollte kein Problem sein, das hat der Oberbürgermeister zugesagt.“

Allein die Untersuchungen würden mehrere Hunderttausend Euro kosten. Man will allerdings versuchen, teilweise über ein Förderprogramm die Restaurierung zu finanzieren. Ob das klappt und für welche Methode man sich entscheiden wird, sei noch offen, macht der Sportbeigeordnete Matthias Puhle gestern deutlich.

Vor 30 Jahren stand man in Magdeburg vor dem gleichen Problem. Damals hat man sich entschieden, fast 500 Tonnen Aluminiumsulfate im See zu verteilen.