Magdeburg l Im Magdeburger Carl-Miller-Bad gibt es kaum etwas, das noch heutigen Standards und Erwartungen an ein Freibad entspricht. Die Becken sind sanierungsbedürftig, ebenso die sonstigen Räumlichkeiten, Spielgeräte sind zu ergänzen und die Sanitäranlagen sind alt, zu klein und haben keine ausreichende Zahl, Familien- und Gruppenräume fehlen gänzlich, Duschen gibt es keine. Wer gern schwimmt, kann dies im Carl-Miller-Bad sicher ohne Probleme, aber der Komfort- und Wohlfühlcharakter lässt zu wünschen übrig.

Deshalb will die Stadt Magdeburg nun handeln und bereits im Jahr 2021 Fördergeld aus dem Programm „Stadtumbau Ost – Aufwertung“ beantragen. Denn die Sanierung ist kostspielig, kostet geschätzte vier Millionen Euro. Aufgrund der Auslastung der Mitarbeiter im Eigenbetrieb Kommunales Gebäudemanagement, dem hohen Arbeitsdruck in den einzelnen Bauprojekten und der finanziellen Gesamtsituation für freiwillige Investitionsmaßnahmen soll die Maßnahme zwar 2021 beantragt, jedoch erst ab 2023 umgesetzt werden.

Wasserverbrauch soll gesenkt werden

Ob Nutzer des Carl-Miller-Bades damit rechnen müssen, dass das Bad komplett geschlossen werden muss, weil die Standards nicht mehr eingehalten werden, war am Dienstag aus der Stadtverwaltung nicht zu erfahren. Insgesamt sollen mit der Sanierung die Erholungsfunktion und die Aufenthaltsqualität verbessert werden. Aber nicht nur das. Auch der Wasserverbrauch soll gesenkt werden. Denn im Vergleich mit dem Erich-Rademacher-Freibad im Magdeburger Stadtteil Olvenstedt, wurde im Carl-Miller-Bad von 2015 bis 2018 jährlich teilweise doppelt so viel Wasser verbraucht wie in der Olvenstedter Einrichtung. Zudem soll Barrierefreiheit hergestellt werden, die bislang nicht gegeben ist in dem Freibad.

Aufgrund des schlechten Zustandes des Betonbeckens ist es notwendig, ein neues Becken zu schaffen. Es ist geplant, die Beckensohle zu belassen und darauf eine neue Sohle zu betonieren. Es sollen ein Schwimmer- und ein Nichtschwimmerbereich gebaut werden, die in einem Kombibecken zusammengefasst werden. Dieses bietet für Schwimmer drei 25-Meter-Bahnen und drei 50-Meter-Bahnen. Alle Bahnen werden mit Startblöcken ausgestattet.

Als eine Attraktion soll eine neue Breitwellenrutsche aus Kunststoff integriert werden. Die Rutsche ist etwa drei Meter breit und 13 Meter lang und mit mehreren Wellen ausgestattet. Weiterhin wird im südlichen Beckenbereich Platz für Massagedüsen und eine 100 Quadratmeter große Fläche für Wassergymnastik ausgebildet. Weitere Elemente können eine Nackendusche zur Massage und im Nichtschwimmerbereich ein Wasserfall sein. Auf Attraktionen innerhalb des Beckens wird verzichtet, um die Wasserfläche nicht unnötig einzuengen, informiert die Stadt in einer Drucksache.

Becken für Kleinkinder

Weiter nach Norden hin in Anschluss an den Nichtschwimmerbereich wird ein neues Kleinkinderbecken errichtet. Hier sollen ein Aqua Flip, ein Wasserschirm, ein Pump-Hydrant und ein Wasserrad Anziehungspunkte bilden. Das Becken wird mittels eines Geländers zum Nichtschwimmerbereich abgetrennt.

Die beiden vorhandenen Gebäude müssen komplett entkernt und umstrukturiert werden. Die Umkleidemöglichkeiten werden an die Empfehlungen der Richtlinien für den Bäderbau angepasst und verbleiben im östlichen Gebäude. Das westliche Gebäude ist den nichtöffentlichen Funktionen vorbehalten. Um den Bedarf an Lagerflächen, den fehlenden Aufsichtsraum sowie den neu zu errichtenden Chlorgasraum realisieren zu können, wird östlich des Beckens ein Neubau errichtet.

Dass sich die Sanierung lohnt, spiegeln auch die Besucherzahlen wider. In den Hitzesommern 2018 und 2019 wurde das besonders stark genutzt. 2018 kamen 57.358  Besucher ins Freibad, im Jahr 2019 waren es 43.185. Vor allem die Lage in der Innenstadt und die gute verkehrliche Anbindung machen das Freibad so beliebt.