Magdeburg l Loch an Loch und sie hält – noch. So könnte in Anlehnung an ein geflügeltes Wort der Zustand der Anna-Ebert-Brücke beschrieben werden. Doch gerade im Wörtchen „noch“ steckt eine Dramatik, die verkehrlich gesehen zu einem Super-Gau in Magdeburg führen könnte - wenn eine Sperrung der Brücke unumgänglich wird.

Um das zu verhindern ist Magdeburgs zweitwichtigster Elbübergang vom Schwerlastverkehr und gleichzeitiger Straßenbahnbefahrung schon lange befreit und wird zusätzlich notsaniert. 6,9 Millionen Euro waren dafür Anfang Dezember 2016 für den nächsten Schritt veranschlagt worden - die aber nicht reichen.

Munitionsfunde verteuern Sanierung

Die Fortschreibung der Planung ergab eine verlängerte Bauzeit, erforderte anderes Material und brachte zusätzliche Schäden an den Pfeilern zutage. Zudem verteuerten die spektakulären Munitionsfunde in der Brücke 2016 die Arbeiten. Das führe zu einer Kostensteigerung von zwei Millionen Euro, bilanzierte Baubeigeordneter Dieter Scheidemann in einer Information an die Stadträte.

Die sollen nun am 18. Mai die Eilentscheidung zur Freigabe der zusätzlichen Gelder durch OB Lutz Trümper (parteilos) genehmigen - und haben eigentlich gar keine andere Chance. Denn eine Ablehnung würde die Sanierung einschränken - und letztlich den Betrieb der Brücke gefährden.

Bei Brückensperrung droht Super-Gau

Die muss aber zwingend bis zur Eröffnung der Strombrückenverlängerung 2019 als Elbübergang halten. Anderenfalls droht der Super-Gau mit dem Nordbrückenzug als nur einem Übergang. Ein Blick in die Statistik untermauert das zusätzlich: Täglich rollen 25.000 Fahrzeuge und 370 Straßenbahnen über die Ebertbrücke. Baubeigeordneter Scheidemann mahnt deshalb in der Ratsvorlage: „Sollte die Finanzierung nicht gesichert sein, kann ein Ausfall der Brücke nicht mehr ausgeschlossen werden.“ Bei der Brücke handele es sich um „statischen Totalschaden“.

Die zwei Millionen Euro müssen also nachträglich bereitgestellt werden Der Rat hat die Wahl - und hat sie doch nicht.