Magdeburg l An der Anna-Ebert-Brücke in Magdeburg hat es in der Nacht zum Montag einen weiteren Kampfmittelfund gegeben. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst sicherte nach dem TNT-Fund in der vergangenen Woche aus einem weiteren Hohlraum unter der Brücke erneut rund 50 Kilogramm Sprengstoff, teilte die Stadtverwaltung mit.

Nach Aussagen der Experten des Kampfmittel-beseitigungsdienstes ging von dem Fund aufgrund der Lagersituation zu keiner Zeit eine Gefahr aus. Wie schon beim letzten Fund fehlte es erneut an Verstärkungsladung oder Zündkapseln. "Zudem lagerte der Sprengstoff trocken und hinter dicken Mauern", erklärte Stadtsprecher Michael Reif.

Der Sprengstoff – fast ausschließlich Trinitrotoluol (TNT) – sowie Erde, Sand und Schutt mit Sprengstoffanhaftungen wurden abtransportiert. Auch dieser Fund stammt mit sehr großer Wahrscheinlichkeit aus dem Zweiten Weltkrieg.

Weil es am Bauwerk eine weitere Verdachtsstelle gibt, ist die Anna-Ebert-Brücke in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag von 23.15 bis 4.15 Uhr erneut für den gesamten Verkehr voll gesperrt. Der Kfz-Verkehr wird über den Nordbrückenzug umgeleitet. Fußgänger und Radfahrer können ebenfalls den Nordbrückenzug oder die Brücke am Cracauer Wasserfall als Umleitung nutzen.

Nach Aussage des Kampfmittelbeseitigungsdienstes bestehe weiterhin keine Gefahr für die Bevölkerung. Mit Ausnahme der genannten Zeit kann die Anna-Ebert-Brücke sicher genutzt werden. Die Baustelle wird bewacht.

Dass der Sprengstoff erst jetzt entdeckt wurde, hänge mit der umfangreichen Sanierung der Brücke zusammen, die es in einem solchen Ausmaße vorher nicht gegeben habe, erklärte der Stadtsprecher. Noch nie seien die dicken Mauerwerke geöffnet worden, hinter denen nun der Sprengstoff entdeckt wurde.