Magdeburg l Hat Magdeburg ein Rattenproblem? Seit einigen Wochen treten die Nager vermehrt im Stadtgebiet auf. Und auch dem Gesundheits- und Veterinäramt liegen vermehrt Meldungen vor.

„Zu diesen Meldungen werden Ortsbesichtigungen durchgeführt, Grundstückseigentümer über den Rattenbefall informiert und zur Bekämpfung aufgefordert“, so Rathaussprecher Michael Reif auf Nachfrage. Die Stadt selbst kann aber nur auf öffentlichen Flächen entsprechende Maßnahmen veranlassen.

Passanten sollen Enten nicht füttern

Schwerpunkte im Stadtgebiet seien immer Bereiche mit enger Wohnbebauung, Gastronomie- und Gewerbeflächen sowie Parks und Grünflächen mit Wassergeflügel, Tauben und Krähen. „In diesem Jahr ist ein stärkeres Auftreten von jungen Ratten zu beobachten. Dies liegt wahrscheinlich auch an den milden Temperaturen und dem dadurch größeren Nahrungsangebot in der Natur“, so Michael Reif. Besonders am Ottersleber Teich und am Neustädter See gebe es derzeit Probleme.

„Dort erfolgen Bekämpfungsmaßnahmen, die jedoch noch nicht den gewünschten Erfolg haben“, so der Stadtsprecher. Das überaus große Nahrungsangebot für Wassergeflügel und Tauben, hervorgerufen vom Füttern durch Spaziergänger, mache für Ratten die Bekämpfungsköder unattraktiv. Die Stadtverwaltung bittet deshalb darum, Enten, Tauben und Krähen nicht zu füttern. Ebenso sei es wichtig, keine Essensreste in der Toilette zu entsorgen.

Mehr Aufträge für Spezialisten

Auch Schädlingsbekämpfer Siegfried Köchy verzeichnet derzeit mehr Aufträge. „Es sind deutlich mehr Ratten unterwegs als in den Vorjahren“, so der Spezialist.

Eine Rattenplage oder vermehrte Sichtungen kann Anja Keßler-Wölfer, Sprecherin der Städtischen Werke Magdeburg, nicht bestätigen. Die Stadtwerke führen in regelmäßigen Abständen Maßnahmen zur Vorbeugung durch, so auch turnusmäßig Mitte August.