Magdeburg l Einem mittlerweile 20-jährigen Mann aus Afghanistan wird versuchte Vergewaltigung vorgeworfen. Er soll am Abend des 13. Oktober 2018 in Magdeburg auf der Herbstmesse mit zwei weiteren, bislang unbekannten Männern versucht haben, ein damals 14-jähriges Mädchen aus Magdeburg zu vergewaltigen. Am 15. Juni 2020 startet am Landgericht Magdeburg (Jugendstraftkammer) der Prozess gegen ihn.

Der Fall machte damals groß Schlagzeilen. Das Mädchen hatte sich nach dem Vorfall an Passanten gewandt, die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an. Wochenlang ermittelte die Kripo in Magdeburg. Sowohl die Aussage des Mädchens als auch der Zeugen musste genau geprüft werden. Sie sollen teilweise stark betrunken gewesen sein. Bei der Jugendlichen sei vier Stunden nach der Tat noch ein Alkoholwert von 1,5 Promille gemessen worden, heißt es. Der mutmaßliche Täter soll diesen Umstand ausgenutzt haben.

Die Verhandlung ist öffentlich. Allerdings wird davon ausgegangen, dass die Hauptverhandlung in mehr oder weniger großen Teilen zum Schutz der Intimsphäre der Beteiligten nichtöffentlich sein wird, teilte ein Gerichtssprecher mit. Es werden zwölf Zeugen gehört. Der Angeklagte sitzt nicht in Untersuchungshaft. Er wohnt ebenfalls in Magdeburg. Er machte während der Ermittlungen von seinem Schweigerecht Gebrauch.

Weitere Verhandlungstermine sind am 22. und 29. Juni sowie 6. Juli 2020.