Magdeburg l In Sachen Feuerwerksverbot und öffentliches Feuerwerk ist die Stadtpolitik uneins. Einen interfraktionellen Antrag zum Thema hatten Grüne/Future, Die Linke sowie Tierschutzpartei/Bund für Magdeburg gestellt. Die Stadt sollte Kosten und Möglichkeiten für ein städtisches Feuerwerk zu Silvester sowie die Ausweitung und Durchsetzung von mehr Verbotszonen für die private Knallerei prüfen. Der Stadtrat hatte den Antrag zunächst in einige seiner Fachausschüsse überwiesen. Diesen lag zur Beratung auch eine Stellungnahme der Stadt vor, die dem Ansinnen ablehnend gegenübersteht.

Der Ausschuss für kommunale Rechts- und Bürgerangelegenheiten hatte sich für das kommunale Feuerwerk und weitergehende Feuerwerksverbote für Private aussprach ausgesprochen. Die Voten in den anderen Ausschüssen fielen äußerst knapp aus. So hatte der Ausschuss für Finanzen und Grundstücke den Antrag am Mittwoch mit fünf Ja- und vier Nein-Stimmen befürwortet.

Knappe Abstimmungs-Ergebnisse

Dem stehen ebenso knappe, aber ablehnende Ergebnisse aus dem Ausschuss für Umwelt und Energie am 21. Januar sowie aus dem Kulturausschuss am 22. Januar mit Stimmgleichheit gegenüber. Innerhalb der Diskussionen wurde auch das Für und Wider deutlich.

CDU-Stadtrat Tim Rohne hatte so im Ausschuss für kommunale Rechts- und Bürgerangelegenheiten nachgefragt, warum bestimmte Punkte aus der Innenstadt herausgenommen werden sollen – dann aber trotzdem ein zentrales Feuerwerk veranstaltet werden soll. Und SPD-Stadtrat Burkhard Lischka verwies darauf, dass ein zentrales Feuerwerk nach gerade einmal 15 Minuten beendet wäre.

Unter anderem im Kulturausschuss hatten sich aber auch die Befürworter einen Neuregelung fürs Feuerwerk in Magdeburg zu Wort gemeldet. Julia Mayer-Buch (Grüne) verwies auf die Umweltbelastung, die von den vielen privat abgebrannten Raketen und Knallkörpern ausgeht. Auch die Entsorgung des Mülls nach dem Feuerwerk – zuständig sind hier in der Regel die Verursacher und die Grundstückseigentümer – dauere oft zu lange.

Lasershow als moderne Alternative

Stephan Bublitz (Future) verwies derweil auf die Aufgaben des Kulturausschusses, Akzente für die Stadt zu setzen: „Vielleicht sollten wir doch an etwas Zentrales denken, was auch eingegrenzt werden könnte.“ Und in Sachen Feinstaubbelastung sei eine Lasershow eine moderne Alternative.

Holger Harnisch, Fachdienstleiter im Bereich Bürgerservice und Ordnung bei der Stadtverwaltung, unterstrich bei dieser Gelegenheit die Position der Stadt: „Ein zentrales Feuerwerk hat nur Sinn, wenn wir die Bürger überzeugen, dass sie private dann doch nicht mehr wollen.“

Den Hinweis, dass privates Feuerwerk die Ursache für den Brand des Affenhauses im Zoo Krefeld gewesen sei, wollte Carola Schumann (FDP) nicht so im Raum stehen lassen: Dort war der Brand durch ohnehin verbotene Fluglaternen und eben nicht durch legales Feuerwerk ausgelöst worden. AfD-Stadtrat Matthias Kleiser hatte ergänzt, dass Gefahren ja weniger von dem ausgehen, was in Deutschland legal verkauft wird, sondern oft von Böllern, die illegal nach Deutschland gebracht werden.

Das letzte Wort hat der Stadtrat.