Magdeburg l Seit März sitzen die Freunde des Nemo auf dem Trockenen. Obgleich das Bad durch die Corona-Verordnung des Landes und den damit verbundenen Lockerungen wieder öffnen könnte, bleiben die Tore zur Badelandschaft geschlossen. Von den 20 anderen Einrichtungen der Betreibergesellschaft Vivamar hat der Großteil, wenngleich durch Abstands- und Hygieneregeln eingeschränkt, seinen Betrieb wieder aufgenommen; etliche bereits seit Mitte Juni. Sogar Saunalandschaften sind wieder geöffnet. Lediglich drei Einrichtungen der Betreibergesellschaft bleiben geschlossen: die Friesentherme in Emden bis auf Widerruf, das Freizeitbad in Ried bis Ende August und eben das Nemo in Magdeburg bis Oktober.

Zu hohe Kosten

Geschäftsführer Harald Gabriel führt hierfür rein wirtschaftliche Gründe auf. Im Gegensatz zu den anderen Einrichtungen der Vivamar-Betreibergesellschaft erhält er für das Nemo keinerlei Subventionen oder Zuschüsse. Es wird rein privatwirtschaftlich betrieben, die Immobilie ist Eigentum des Gesellschafters. Die Kosten, die bei einer Öffnung des Bades entstehen, insbesondere die Energiekosten, könne man unter den aktuellen Bedingungen nicht kompensieren. Sie stehen in keinem Verhältnis zu den Einnahmen. Durch die Verordnung des Landes müssen die Besucherzahlen eingeschränkt werden, hinzu kommt, dass zusätzliche Kosten für das Einhalten der Hygienebestimmungen zum Beispiel durch das Beschaffen von Desinfektionsspender und -mittel entstehen.

Über 50 Prozent weniger Besucher

Andernorts seien die Besucherzahlen um mehr als 50 Prozent eingebrochen. Etwas, das Harald Gabriel auch in Magdeburg erwarten würde. „Es ist schön, wenn die Kunden möchten, dass wir öffnen. Aber dann müssten sie auch kommen.“ Und das in der Größenordnung, dass es sich lohnt. Mit wenigen Gästen mache es keinen Sinn, aufzumachen. Auch das Wiedereröffnen der Sauna, die über einen eigenständigen Bereich mit separatem Zugang und eigenen Umkleiden verfügt, rechne sich nicht. „Es ist keine Sauna-Zeit.“ Stattdessen hofft der Nemo-Geschäftsführer im Oktober einer besseren Prognose entgegenblicken zu können. Er wisse, dass die Ausgaben zur Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln auch dann noch auf ihn zukommen, jedoch starte im Herbst wieder die Badesaison, was auf höhere Besucherzahlen hoffen lässt, als es im Hochsommer der Fall wäre.

Bis dahin sollen auch die neuen Rutschen fertiggestellt worden sein. Die Stahlbauteile, die beim Einbau im Januar beschädigt worden sind, werden jetzt versiegelt und eingesetzt. Durch die Corona-Pandemie war die Lieferung der Teile in Verzug geraten, weswegen die Rutschen noch immer nicht fertig sind. Doch Harald Gabriel ist zuversichtlich, dass die Gäste zum Ende des Sommers in den Badespaß hinabrutschen können.

Zwei neue Rutschen soll das Spaßbad bekommen, wobei es sich bei einer um eine Doppelrutsche handelt; eine sogenannte Doppel-Racer-Rutsche. Diese soll 95 Meter lang sein und einen ganz besonderen Spaß bieten. Auf den ersten acht Metern rutschen beide Nutzer noch gemeinsam und dann verschwinden sie in zwei separaten Röhren. Am Ende werde die Zeit beider und somit auch der Schnellere ermittelt.

Die zweite Rutsche führe 125 Meter hinab ins Wasser. So kündigte es Harald Gabriel bereits im September vergangenen Jahres an. Beim Einbau im Januar sind jedoch Teile der Zugangstreppe beschädigt worden, weshalb eine neue Treppe angefertigt werden musste.

Nachdem 2016 bereits eine Millionen Euro in die Sanierung von Sauna- und Badelandschaft geflossen sind, ist für den Bau der Rutschen ein Investitionsvolumen im höheren sechsstelligen Bereich vorgesehen.