Magdeburg l Sitzfleisch braucht es am Magdeburger Puppentheater. Nicht, weil die Inszenierungen langwierig daherkommen. Ganz und gar nicht. Vielmehr muss es heißen, Steiß und Rücken zu schonen. Denn: je gepolsterter das Hinterteil, desto bequemer wohl das Sitzen.

Jähllich über 50.000 Besucher

Jährlich nehmen über 50.000 Besucher auf den Stühlen des Puppentheaters Platz. Eine tolle Sache, wie der Vorsitzende des Puppentheater-Fördervereins Wolf-Dieter Schwab betont. So dürfe man sich eigentlich freuen, dass sie durchgesessen sind. Dennoch sei es an der Zeit für eine neue Bestuhlung. Mittlerweile fühle es sich nämlich an, als sitze man auf dem blanken Holz.

Unangenehm, weiß Intendant Michael Kempchen. Schließlich seien mit den Jahren auch die Stücke deutlich länger geworden. 60 Minuten können letztlich ganz schön in den Gliedern sitzen.

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Verbundenheit zum Puppentheater

Und so hat sich der Förderverein des Puppentheaters überlegt, Stuhlpaten zu suchen. Da bereits die Idee der Puppenpatenschaft auf großen Zuspruch stieß, hofft er, dass auch diese Aktion sitzt und die Besucher sich möglicherweise bereits zur neuen Spielzeit bequem zurücklehnen können. „Man kann behaupten man steht zum Puppentheater“, macht Elke Schneider, frühere Intendantin des Puppentheaters, deutlich. „Die Patenschaft ist eine Möglichkeit, die Verbundenheit mit dem Puppen­theater auch zu dokumentieren“, betont sie.

Obgleich schon ein Drittel der 137 benötigten Sitze vergeben ist, wurde am Donnerstag, 1. November 2018, der offizielle Auftakt der Aktion begangen. 250 Euro kostet eine Patenschaft, 62 Stühle haben bereits Paten. Zu den allerersten Paten gehört Ute Semkat, die für die Ösa zwei Stühle sicherte. Schon viele Jahre engagiere sich die Ösa für das Puppentheater. Insbesondere, weil es sich mit seinen Inszenierungen bemühe, Toleranz und Offenheit bei Kindern und Jugendlichen zu fördern.

Promis gestalten Miniaturstühle

Als Dankeschön für die Patenschaft wird sie neben einer an den Stühlen angebrachten Plakette und einem Zertifikat auch einen Miniaturstuhl erhalten. 137 Stück an der Zahl hat Hartmut Zink mit den Jugendlichen der „Stiftung Bildung Handwerk“ (SBH in Buckau) gefertigt.

Die kleinen Holzstühle werden nun durch Künstler und Förderer des Puppentheaters kreativ gestaltet. Mitwirkende sind hierbei u. a. die Künstler Viktoria Veil, Marianne Fritz, Dietmar Witteborn, Philipp Hubbe sowie die Schneiderin des Puppentheaters, Sybille Wredenhagen, Alt-OB Willi Polte, Staatsminister Rainer Robra, Justizministerin Anne-Marie Keding, Landtagsabgeordnete Angela Kolb-Janssen, Schauspieler Matthias Engel (Theater an der Angel), Alexander Semenchukov (Ballettschule), Stadtmanager Georg Bandarau (Pro M), Kabarettist Lars Johansen, der 1. FC Magdeburg, der SC Magdeburg und das Rossini Quartett.

Keine Platzgarantie für Paten

Wer am Ende welchen künstlerisch gestalteten Miniaturstuhl erhält, ist nicht abzusehen. Bei einer gemeinsamen Veranstaltung für die Paten, Puppentheater-Mitarbeiter und Künstler, die vermutlich im März im Moritzhof stattfinden wird, werden die 137 Miniaturstühle per Los vergeben. Fördervereinsvorsitzender Wolf-Dieter Schwab hatte bereits zahlreiche Wünsche von Paten, dass sie diesen oder jenen Miniaturstuhl haben wollen – Wünsche, die er nicht realisieren kann. Es sei aber möglich, nach der Verlosung zumindest eine Tauschbörse zu organisieren.

Übrigens ist mit der Stuhlpatenschaft auch keine Platzgarantie verbunden. Paten können bei einer Vorstellung natürlich ihren Wunsch äußern, auf „ihrem“ Stuhl zu sitzen, garantiert werden kann jedoch nichts.

 Wer sich für eine Stuhlpatenschaft interessiert, kann entweder eine E-Mail an info@puppentheaterverein-md.de senden oder meldet sich telefonisch bei Martina Mangels unter 0391/819 55 95.