Magdeburg l Wenn in zwei Wochen in Magdeburg der FC Hansa Rostock wieder zu Gast beim 1. FCM ist, wird sich vor allem das Gebiet rund um die MDCC-Arena wieder in eine Sicherheitshochburg verwandeln. Dann werden auch wieder zahlreiche Straßen gesperrt sein.

Viele Anwohner sind genervt von den Sperrungen. Immer wieder beklagen sie sich, dass sie vor, während und nach den Spielen mit ihren Fahrzeugen diverse Straßen nicht befahren können und so zum Beispiel nicht vor Ort einkaufen können.

Ausnahmen für Anwohner angeregt

Der Stadtrat Manuel Rupsch hatte sich deswegen mit einer Anfrage an die Stadtverwaltung gewandt und wollte wissen, warum dies so ist und was man dagegen tun könnte. Zudem wollte er wissen, ob es denn möglich sei, den Anwohnern Ausnahmegenehmigungen zu erteilen, um während der Spiele durch die Absperrungen fahren zu können.

Dieter Scheidemann, Verkehrsbeigeordneter, beantwortete dies in einer ersten Stellungnahme wie folgt: „Aktuell wird drei Stunden vor Spielbeginn mit der Absperrung begonnen. Die Einsatzleitung liegt bei der Polizei. Sie bestimmt per Allgemeinverfügung über Art und Dauer der Sperrung. Ausnahmegenehmigungen für Anwohner sind nicht möglich.“

Polizei lenkt nicht ein

Heidi Winter, Pressesprecherin des Polizeireviers Magdeburg, bestätigt dies. „Fußballveranstaltungen beinhalten in besonderem Maße Konfliktpotenziale, denen Veranstalter, Kommunen sowie Polizei zu begegnen haben.

Aus diesem Grunde ist es erforderlich, die Fans der Mannschaften bei der An- und Abreise zum und vom Spiel verkehrlich so zu lenken, dass es nicht zu einem Aufeinandertreffen und zu Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Fangruppierungen kommt. Dies erfordert bei einigen Spielen auch frühzeitige Sperrungen.“ Einen konkreten Zeitablauf gebe es dafür aber nicht. Das müsse je nach Spieltag entschieden werden.

Anzahl der Gästefans ist entscheidend

Dafür gebe es verschiedene Faktoren, wie zum Beispiel ob die Gästefans mit der Bahn anreisen und begleitet werden müssen oder wie hoch das jeweilige Gefahrenpotenzial sei. Außerdem müsse zusätzlich noch in Betracht gezogen werden, wie viele Gästefans letztendlich erwartet würden und ob es Parallelveranstaltungen in der Getec-Arena, dem Elbauenpark, der Messe oder auch der Stadthalle gebe.

Aus einsatztaktischen Gründen sei eine Aufhebung der Sperrung während des Spiels auch nicht machbar. „Zur Erklärung sei dargelegt, dass bei fünf Spielen der derzeitigen Spielsaison vor, während und nach den Spielen Sperrungen der Paul-Ecke-Straße / An der Ölmühle sowie des Gübser Weges im Bereich Am Hammelberg / Schwarzkopfweg erfolgten“, so Winter weiter. Jedoch würden diese Sperrungen nur den Durchgangsverkehr betreffen, Anwohner dürfen passieren. „Die Sperrungen der Friedrich-Ebert-Straße zwischen der Straße Im Brückfeld und der Berliner Chaussee, der Berliner Chaussee zwischen Georg-Heidler-Straße und Zuckerbusch erfolgen erst zum Spielende, um die Funktionsfähigkeit des öffentlichen Personennahverkehrs zu gewährleisten. Der Individualverkehr wird über die Georg-Heidler-Straße – Jerichower Straße abgeleitet.“

250 Meter sind für Anwohner zumutbar

Bei dem Heimspiel des 1. FCM gegen 1860 München am 24. August waren vor, während und nach dem Spiel zusätzlich die Einmündungen der Dessauer, Coswiger und Raguhner Straße in Richtung Berliner Chaussee gesperrt. Die Zu- und Abfahrt für die Anwohner war jedoch jederzeit über die Jerichower Straße möglich. Zusätzlich erfolgte die Sperrung der Berliner Chaussee zwischen Paul-Ecke-Straße und der Ausfahrt des Parkplatzes Baumarkt / Discounter an der Berliner Chaussee.

 „Die Gesamtlänge des gesperrten Bereiches beträgt rund 250 Meter“, erklärt Heidi Winter. Dies sei laut Auffassung der Polizei für die Anwohner durchaus zumutbar.