Magdeburg l Seit mehreren Jahren haben Blumenkübel im Ahornweg (Hopfengarten) einen festen Platz auf der Straße in Magdeburg. Sie werden von Anwohnern und Kleingärtnern mit farbenfrohen Pflanzen in Eigeninitiative ausgestattet und gepflegt. In einer Nacht- und-Nebel-Aktion sind fünf der Betonkübel nun entfernt worden, wenn man so will. Und zwar von der Stadt.

Die Stadtverwaltung Magdeburg zieht sich damit den Zorn von Anwohnern auf sich, so Dieter Förster. „Man kann von den Kübeln persönlich halten, was man will. Aber was sich die Stadtverwaltung da geleistet hat, ist unglaublich und nicht nachvollziehbar“, sagt der Vorsitzende des Hopfengartenvereins „KMS 1932“ über das Entfernen in den Morgenstunden. Ohne eine Vorabinformation, wie er betont.

Stadt Magdeburg verweist auf Sicherheit

Die Stadt Magdeburg argumentiert, dass es aus der Bevölkerung Hinweise auf eine „grenzwertige Situation in Bezug auf die Verkehrssicherheit“ durch die Blumenkübel in den Kreuzungsbereichen gegeben habe. U. a. sei im Dezember 2017 im Magdeburg-Melder darauf hingewiesen worden, diese Situation zu überprüfen, so Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra.

Und: „Nach Prüfung des Sachverhalts und in Abstimmung mit der Straßenverkehrsbehörde wurden die Sicherheitsbedenken geteilt, da aufgrund der Fahrbahneinengungen Verkehrssicherheitsdefizite bestehen.“ Dies führte dazu, dass die Blumenkübel in Bereichen der Einmündungen mittels einer Verkehrsrechtlichen Anordnung auf den Weg gebracht und dann durch das Tiefbauamt zurückgebaut wurden.

Entschleunigung gefördert

„Paradox ist, dass die Stadt die Kübel vor Jahren selbst installiert hat“, verweist Förster. Man könne die Entscheidung auch aus Sicht der Verkehrssicherheit im Ahornweg, neben dem Heinz-Sommer-Weg die längste Straße in der Siedlung, nicht nachvollziehen. Schließlich hätten die Kübel auch zu einer Entschleunigung des motorisierten Verkehrs beigetragen.

Nach einer Zählung des Hopfengartenvereins würden täglich etwa 1500 Fahrzeuge den Ahornweg – eine Tempo-30-Zone – nutzen. „Vor dem Bau des Gleisvierecks in der Kreuzung Leipziger Straße/ Wiener Straße/ Raiffeisenstraße wohlgemerkt“, so Förster.

Anwohner hoffen auf Alternative

Nicht selten sei zu beobachten, dass Fahrer die Maximalgeschwindigkeit in der Siedlungsstraße nicht einhalten, so der Eindruck. Anwohner und Verein hätten sich einen Austausch mit der Stadt gewünscht, wie eine Alternative zu den nun entfernten Blumenkübeln geschaffen werden kann, um „ein Rasen hier möglichst zu unterbinden“. Zudem frage man sich, wer die Blumenkübel angeprangert hat: „Ob es vielleicht sogar der alkoholisierte Autofahrer war, der die Knautschzone seines Wagens an einem Kübel testen wollte?“