Magdeburg l Das Bild des Nordabschnitts des Breiten Wegs wird sowohl von den Zehngeschossern als auch den flachen Zwischenbauten geprägt. Dort waren zu DDR-Zeiten die Eulenspiegelbar, das Kindercafé Märchenland oder das Wildbretstübl zu finden.

In einem der Verbinder sind bereits seit längerem Geschäfte. In dem nördlichen Gebäude läuft die Sanierung, u. a. ein asiatisches Restaurant wird dort eröffnen. Nur der mittlere Bau gegenüber dem Katharinenturm, der Breite Weg 118, blieb bislang ungenutzt. Das soll sich nun ändern.

Nachdem die kommunale Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) das Objekt nach jahrelangem Verfall von einem Privatmann erworben hat, gibt es konkrete Pläne dafür. Wie Wobau-Chef Peter Lackner auf Volksstimme-Anfrage erklärt, soll das Gebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. „Wir haben es untersucht. Die vorhandene Konstruktion ist nicht wirtschaftlich zu sanieren“, erklärt er. Für den Abriss könnten Fördermittel aus dem Stadtumbau Ost beantragt werden. Insgesamt soll dieser 120.000 Euro kosten, die Hälfte würde die Wobau tragen.

Mehrere Anfragen

Was anschließend dort hinkommt, ist derzeit allerdings noch offen. „Uns liegen unterschiedliche Anfragen zur zukünftigen Nutzung vor und wir haben bei der zuständigen Bauverwaltung eine Bauvoranfrage gestellt“, sagt Peter Lackner weiter. Da die Verhandlungen mit möglichen Mietern aber noch nicht abgeschlossen seien, möchte er noch keine Namen nennen.

Nach Volksstimme-Informationen soll aber ein möglicher Kandidat das Bürgerbüro Mitte sein. Dieses war 2016 in die Leiterstraße gezogen, weil am vorigen Standort im Breiten Weg 222 die Ausländerbehörde mehr Platz brauchte.

Die Stadtverwaltung hatte aber stets betont, dass die Räume dort nur übergangsweise genutzt werden sollen, bis etwas Besseres gefunden wird. Die Idee der Magdeburger Verwaltung, mit dem Bürgerbüro in das neue Domquartier zu ziehen, fiel im Stadtrat durch, so dass das Thema damals zunächst ad acta gelegt worden war.

Suche nach Standorten

Doch nun könnte der geplante Neubau im Nordabschnitt ein mögliches Ziel sein. Offiziell bestätigen will die Stadt das nicht. Rathaussprecherin Kerstin Kinszorra bestätigt nur, dass derzeit „neue Unterbringungsmöglichkeiten an unterschiedlichen Standorten“ geprüft werden.

Bis spätestens September soll dem Stadtrat eine Drucksache vorgelegt werden, mit der ein Standort bestimmt werden soll. Noch sei es zu früh, „über einzelne Varianten öffentlich zu spekulieren“, was auch den Breiten Weg 118 beträfe, so die Stadtsprecherin.

Wie die Volksstimme erfahren hat, gibt es aber auch Interesse an einer kulturellen Nutzung, um den Nordabschnitt des Breiten Wegs abseits des Handels zu beleben.

Verschiedene Varianten

Wie der Neubau aussehen wird, ist ebenfalls noch offen. „Zurzeit gibt es verschiedene Bebauungsvarianten, die derzeit mit dem Stadtplanungsamt diskutiert werden“, erklärt Wobau-Geschäftsführer Peter Lackner.