Magdeburg l Nach der Wende wurden im Bereich westlich des Damaschkeplatzes verbliebene Altbauten abgerissen, zwei Bürogebäude gebaut – und die restlichen Bereiche zur Brache. Grund: Die ursprünglichen Hoffnungen auf Miet­interessenten hatten sich nicht erfüllt. Doch inzwischen ist wieder Bewegung in der Sache.

Ringen um Handelsgrößen

So laufen bereits Arbeiten an einem Mobilitätszentrum, für das Schubert-Motors vor geraumer Zeit den Grundstein gelegt hatte und in dem Teile bereits in Betrieb sind. Doch zu dem gesamten Gebiet zwischen Adelheidring und Maxim-Gorki-Straße gab es ebenso noch offene Fragen wie zu dem Bereich zwischen Maxim-Gorki-Straße und Olvenstedter-Straße, auf dem die Techniker-Krankenkasse und die Deutsche Rentenversicherung zu den Nutzern der einzigen bislang gebauten Häuser gehören. Hier gab es in den vergangenen Jahren vor allem ein Ringen darum, wie viel Handel hier entstehen soll.

Auf der Sitzung des Magdeburger Stadtrats am 8. Juni stehen auf der Tagesordnung sowohl eine Zwischenabwägung zum Bebauungsplan als auch der Beschluss, die Dokumente öffentlich zur Einsichtnahme zum Beispiel durch die Nachbarn auszulegen.

Gespräche mit Nachbarn

Zwar hat der Bauausschuss in der vergangenen Woche seinen Beschluss zu den entsprechenden Beschlüssen zurückgestellt – sich aber dennoch mit Anträgen zu dem Bereich befasst. Zuletzt wurde nun mehrheitlich eine vom SPD-Stadtrat Falko Grube eingebrachte Vorlage diskutiert, punktweise abgestimmt und befürwortet. Er sagt: „Die hier zusammengefassten Ideen haben sich aus den Gesprächen mit dem Investor und den Nachbarn ergeben.“

Der zweite Investor ist das Unternehmen plannQUADRAT aus Sandhausen, das sich neben Plänen für das Gebiet westlich des Damaschkeplatzes auch mit dem Bau von Altenheimen und Fachmarktzentrum unter anderem in Lichtenau und in Osterweddingen befasst.

Altersgerechtes Wohnen geplant

Falls der Stadtrat sich den von Falko Grube vorgetragenen Ideen in seiner Sitzung anschließt, würde die Verwaltung zunächst an der Michael-Lotter-Straße, die sich zwischen Maxim-Gorki-Straße und Adelheidring befindet, eine Investition in altersgerechtes Wohnen zulassen. Das dürfte noch recht unproblematisch sein.

Zudem sollen zwischen Maxim-Gorki-Straße und Olvenstedter Straße 1200 Quadratmeter zentrenrelevanter Einzelhandel zugelassen werden. Davon ausgenommen wären aber Nahrungs- und Genussmittel, Drogerie- und Apothekerwaren, Zeitschriften, Blumen und Zootierbedarf. Ausdrücklich zugelassen werden soll ein Biomarkt. Dies dürfte die Verwaltung vor ein Problem stellen: Wie ein Lebensmittelhandel per Bebauungsplan auf Bioprodukte beschränkt werden soll, ist noch nicht hinreichend geklärt. Und auch ein vom Investor neben dem altersgerechten Wohnen vorgeschlagenes Gesundheitszentrum als Stadtfeldtor würde dann wohl ohne Apotheke auskommen müssen. Immerhin böten sich beispielsweise mit Praxen für Ärzte und Therapeuten interessante Möglichkeiten.

Tankstelle an Erschließungsstraße

Keine Beschränkung soll es nach dem jüngsten Vorschlag für Sortimente, die nicht für das Stadtzentrum relevant sind, geben. Beispiel sind Möbel, Fahrräder, Kücheneinrichtungen, Werkzeuge, Farben und Tapeten.

Auch im Bereich des Mobilitätszentrums sieht der neueste Vorschlag eine Veränderung zu bisherigen Ideen vor: Demnach soll entgegen Kritiken aus Teilen Stadtfelds doch eine Tankstelle gebaut werden. Aber die würde nicht an einer der Hauptstraßen entstehen, sondern an der neuen Straße, die die Maxim-Gorki-Straße mit dem Adelheidring verbindet.

Grüne Kante für die Waschanlage

Im Gegenzug könnte die geplante Waschanlage an die Kreuzung Große Diesdorfer Straße/ Adelheidring verschoben werden. Eine Bepflanzung soll dabei den Blick auf den hinteren Teil von Waschboxen verdecken.

Vor wenigen Monaten hatten Händler an der Olvenstedter Straße öffentlichkeitswirksam mit Transparent und Unterschriftenaktion ihrem Unmut Ausdruck verliehen: Sie wollen keine neuen großen Handelsflächen in der Nachbarschaft haben. Dahinter steht die Befürchtung, dass die Entwicklung in der Olvenstedter Straße ähnlich wie an anderen Magdeburger Einkaufsstraßen verlaufen könnte. Dort mussten nach der Ansiedlung großer Einzelhändler alteingesessene Betriebe aufgeben.

In ihrem Vorschlag setzt die Verwaltung auch auf das Modell des sogenannten Magdeburger Ladens, der mit einer Fläche von nicht mehr als 100 Quadratmetern den Charakter der Olvenstedter Straße als Geschäftsstraße fortführen würde.