Magdeburg l „Wir sind dabei das Altstadtquartier (ehemaliges Krankenhaus Altstadt – d. Red.) zu entwickeln und den Wissenschaftshafen. Hier Medizin, da Forschung und Lehre – wir glauben, dass sich dazwischen auf dem Universitätsplatz eine Symbiose entwickeln könnte.“ Rollandy Horvath, Geschäftsführer der Grundtec Bauregie GmbH gerät visionär ins Schwärmen, nach den Plänen seines Unternehmens für die noch unbebaute Ostseite des Universitätsplatzes gefragt. Die Grundtec, eine Tochter des Magdeburger Energieversorgers Getec, hat in der Vorwoche den Zuschlag zum Kauf des Areals im Stadtrat erhalten.

Nach jahrelangen vergeblichen Bemühungen der Stadt, einen potenten Investor mit der anspruchsvollen Entwicklung der Brache zwischen Innenstadt und Universitätsgelände zu betrauen, erging der aktuelle Verkaufsbeschluss nach Neuausschreibung im März rasend schnell. Auf die Frage, warum sich die Grundtec nicht schon am jünsten und von der Stadt erst zu Jahresbeginn ergebnislos beendeten Bieterverfahren beteiligt hat, sagt Horvath: „Das haben wir schlicht verpasst und uns etwas geärgert, dass wir am Ende zu spät kommen könnten.“ Letztlich warf die Grundtec gerade noch rechtzeitig – am Ende mit 6,5 Millionen Euro (Kaufpreis) erfolgreich untermauert – ihren Entwicklungswillen in den Ring. Die Entwürfe der beiden vormaligen Bieter ums Grundstück überzeugten Stadtrat und Öffentlichkeit nicht.

Warten auf Ideen aus dem Wettbewerb

Die Grundtec indes hat noch keinen Entwurf für den von ihr vorgesehenen Neubau parat. „Wir haben natürlich unsere Vorstellungen, aber uns zur Ausrichtung eines Architekturwettbewerbes verpflichtet. Also warten wir die Ideen erst einmal ab“, sagt Horvath und dass sein Unternehmen „mehr als überzeugt“ davon sei, dem Standort neues Leben einhauchen zu können.

Mehr als Wohnungen und Büros

Allein mit Wohnungen, Büros und Geschäften sei es nicht getan, so Horvath. Eine touristische Attraktion, ein Anziehungspunkt werde gebraucht. Horvath denkt laut: „Gerade stand die Lange Nacht der Wissenschaft an – warum nicht einen ständigen Erlebnisraum in Zusammenarbeit mit der Universität schaffen?“ Denkbar sei auch, einen attraktiven Standort für das Magdeburger Planetarium zu schaffen oder Raum für die zahlreichen im Fundus lagernden Exponate des Naturkundemuseums. All das seien noch nicht zu Ende gedacht Ansätze, die aufzeigten, wohin die Reise am Uniplatz gehen könnte.

Die Kommunalpolitik wünscht sich seit Jahren einen Brückenschlag zwischen Unigelände und Innenstadt – getrennt durch Verkehrsadern. Nach der Abfuhr für zwei Bebauungsentwürfe im Vorjahr sind die Erwartungen an die Grundtec hoch gesteckt. Ein unterlegener Bieter erwägt zudem eine Klage gegen das Verkaufsverfahren. Das Kapitel Uniplatz ist längst nicht abgeschlossen.