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Stadtrat genehmigt neue Villen am Magdeburger Elbufer mit Änderungen

Zwischen Sternbrücke und Hubbrücke können drei neue Wohnhäuser gebaut werden. Der Magdeburger Stadtrat hat das Projekt mit einigen Änderungen beschlossen.

Von Stefan Harter
Die Ansicht der neuen Häuser am Elbufer muss nach dem Beschluss des Magdeburger Stadtrates angepasst werden.
Die Ansicht der neuen Häuser am Elbufer muss nach dem Beschluss des Magdeburger Stadtrates angepasst werden. Visualisierung: Kossel und Partner

Magdeburg

Dass der grüne Hügel zwischen Sternbrücke und Hubbrücke bebaut werden soll, ist nicht neu. Schon 2017 wurden erste Pläne dazu bekannt. Doch erst jetzt soll das Projekt tatsächlich angegangen werden. Dazu muss ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Den Prozess hat der Stadtrat jetzt in Gang gesetzt.

Grundlegend hat sich an dem Vorhaben eines Magdeburger Investors nichts geändert. Weiterhin sollen nach der Abtragung des Trümmerschutts drei Wohnhäuser entstehen. Allerdings sollen sie nunmehr um ein Geschoss kleiner werden, um sich besser an die umgebende Bebauung im Elbbahnhof anzupassen.

Die Reduzierung war vom Bauausschuss beantragt worden. Grundlage war ein Fehler im Amt, der die Geschosshöhen der Umgebung zu Beginn der Planungen falsch angegeben hatte. Ursprünglich gab es im Ausschuss den Antrag, das dritte Gebäude ganz zu streichen. Das habe aber keine Mehrheit gefunden, wie der Ausschussvorsitzende Mirko Stage (future!) berichtete, die Geschossreduzierung war dann der Kompromiss.

Sozialwohnungen werden abgelehnt

Frank Pasemann (AfD) warnte davor, Investoren das Leben schwer zu machen. „Diese Investition wird sterben, wenn das heute so beschlossen wird“, prophezeite er.

René Hempel (Linke) brachte den Änderungsantrag ein, dass 20 Prozent der Wohnungen als Sozialwohnungen ausgewiesen werden sollen. Dies wurde allerdings mehrheitlich abgelehnt.

Falko Grube (SPD) wies darauf hin, dass im städtebaulichen Vertrag die jetzt vorgestellte Gestaltung der Gebäude ausdrücklich festgeschrieben werden soll. In der Vergangenheit gab es dabei schon negative Erfahrungen, wie in der Bleckenburgstraße. Die architektonische Qualität des Entwurfs sei unstrittig.

CDU lehnt grüne Fassade ab

CDU-Rat Frank Schuster unterstützte dies: „Nicht dass wir wie an anderer Stelle an der Elbe statt wunderschöner Terrassenhäuser Klötzchen hingesetzt bekommen.“ Die Fassadenbegrünung lehnte seine Fraktion jedoch ab.

Madeleine Linke (Grüne) bezeichnete die vorgelegten Änderungsanträge als „gute Mischung zwischen naturschutzfachlichen, städtebaulichen und sozialen Aspekten“.

Oberbürgermeister Lutz Trümper nahm die Diskussion zum Anlass, in die Vergangenheit zu blicken. „Vor zehn Jahren hätten wir solch eine Debatte nicht geführt“, stellte er fest. Jeder Investor bekomme heute erst mal eine Liste mit Forderungen vorgesetzt. „Das finde ich merkwürdig.“

Von Sozialwohnungen an dieser Stelle halte er nichts. „Wer soll die Differenz bezahlen? Wer lost die Wohnungen zu?“, fragte er in die Runde. Sein Baubeigeordneter Jörg Rehbaum ergänzte, dass ohnehin kein Bedarf dafür bestehe, da es genügend Sozialwohnungen in der Stadt gebe.

„Wir brauchen uns nicht zu wundern, wenn keine Investoren mehr kommen“, pflichtete Stephan Papenbreer (FDP) dem Stadtoberhaupt bei. Er finde das bedenklich.

Durchgefallen ist die Fraktion Gartenpartei/Tierschutzalllianz mit ihrem Antrag zur unbedingten Rettung des Kriegswasserwerks. „Der Investor kann dort meinetwegen dann auch zehn Etagen bauen“, erklärte Roland Zander.

Kriegswasserwerk wird dokumentiert

Beschlossen wurden letztendlich drei Geschosse plus Staffelgeschoss, eins weniger als geplant. Außerdem soll eine öffentliche Durchwegung auf dem Grundstück angelegt sowie Fassaden in nicht näher bestimmter Größenordnung begrünt werden. „Das ist bewusst eine sehr weiche Formulierung“, erklärte Mirko Stage. Alle Stellplätze (bis auf Lieferverkehr und Behindertenparkplatz) sollen in der Tiefgarage untergebracht werden. Das unter dem Hügel vermutete Kriegswasserwerk soll durch das Landesdenkmalamt dokumentiert und wenn möglich in irgendeiner Form erhalten werden.

Für Investor Marc Weiler kommen die Änderungen nach den Vor-Ort-Terminen und Ausschusssitzungen der vergangenen Wochen nicht unerwartet. „Ich kann damit leben. In großen Teilen ist es ein guter Kompromiss“, sagt er der Volksstimme. Gemeinsam mit dem Bauordnungsamt werde man das Projekt mit den Änderungen vorantreiben. Sollte es Teile des Kriegswasserwerks geben, könnten diese eventuell in die Tiefgarage integriert werden. Wann das Satzungsverfahren zu Ende gebracht wird, ist offen.