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Stadtrat Magdeburg vertagt Entscheidung zum Hochhaus in Stadtfeld

Ob ein 60-Meter-Hochhaus in Magdeburg-Stadtfeld gebaut werden darf, bleibt vorerst noch offen. Die Entscheidung dazu hat der Stadtrat wegen Klärungsbedarf verschoben.

Von Stefan Harter
In Magdeburg-Stadtfeld könnte ein Hochhaus gebaut werden.
In Magdeburg-Stadtfeld könnte ein Hochhaus gebaut werden. Visualisierung: Fuchshuber Architekten

Magdeburg. Ob Stadtfeld ein Hochhaus bekommt, bleibt vorerst noch offen. Der Stadtrat hat die Entscheidung zunächst vertagt, ob auf dem Eckgrundstück Olvenstedter Straße/Maxim-Gorki-Straße ein gut 60 Meter hohes Gebäude gebaut werden kann.

Geklärt werden muss unter anderem noch, ob dort, wie vom Investor geplant, 22.000 Quadratmeter reine Bürofläche entstehen, oder doch vermehrt Wohnungen bezogen werden können. Zumindest die Möglichkeit dazu will der Bauausschuss in die Beschlussvorlage per Änderungsantrag einbauen.

„Als das Projekt auf den Weg gebracht wurde, war an Corona und Home Office noch nicht zu denken“, erinnerte der Ausschussvorsitzende Mirko Stage (future!). Deshalb hatten dessen Mitglieder beschlossen, dass der Bebauungsplan dahingehend geändert werden sollte, dass auch die Wohnnutzung im Hochhaus zulässig wäre. „Wir machen damit etwas möglich, was sonst in den Kerngebieten nicht möglich wäre“, erklärte er.

Wohnnutzung baurechtlich möglich

Der Baubeigeordnete Jörg Rehbaum erklärte, dass diese Änderung in den Bebauungsplan problemlos eingearbeitet werden könne. Allerdings wird vorgeschlagen, erst ab dem ersten Obergeschoss die Wohnnutzung zuzulassen. „Im Erdgeschoss macht das keinen Sinn“, sagte er.

Jürgen Canehl (Grüne) bezweifelte, dass die Stadt so viel zusätzliche Bürofläche brauche. „Das wird mir ein bisschen zu viel“, sagte er. Deshalb sprach er sich auch für einen höheren Wohnungsanteil aus. „Wenn ein 60-Meter-Hochhaus entsteht, dann muss auch das Umfeld entsprechend gestaltet werden“, forderte er zudem.

Auch die Mitglieder des Umweltausschusses hatten Änderungswünsche, die sie in einem eigenen Antrag zusammenfassten. So war dort unter anderem die Reduzierung der Gebäudehöhe auf 50 Meter diskutiert worden. Dies fand aber bereits im Ausschuss keine Mehrheit, wie die stellvertretende Vorsitzende Kathrin Natho (Grüne) berichtete.

Allee für die Gorkistraße

Beschlossen wurde im Ausschuss aber unter anderem eine beidseitige Allee in der Maxim-Gorki-Straße. Durch das Anlegen der entsprechenden Baumbeete würden allerdings Stellplätze wegfallen.

Weil die Forderung des Bauausschusses und auch der negativ beschiedene Vorschlag in den Änderungsantrag eingearbeitet worden waren, gab es einige Unklarheiten worüber abgestimmt werden sollte. Deshalb stellte Falko Grube (SPD) schließlich den Antrag, die ganze Diskussion zurück in den Bauausschuss zu überweisen, um die Änderungsanträge zunächst zu sortieren. Dies fand Zustimmung bei der Mehrheit seiner Ratskollegen, so dass die Entscheidung auf eine der kommenden Sitzungen verschoben wurde.

Das Leipziger Unternehmen KSW GmbH plant ein Hochhaus mit 16 Etagen, das ähnlich wie der „Plättbolzen“ am Hasselbachplatz oder das berühmte Flat-Iron-Building in New York aussehen soll. Geplant sind zudem eine Tiefgarage mit 220 Stellplätzen, Ladestationen für E-Mobile sowie bis zu 1000 Fahrradstellplätze. Auch eine Mietauto-Station und ein Lastenrad-Verleih sollen im eigens erstellten Mobilitätskonzept enthalten sein. Über 100 Millionen Euro sollen in das Projekt investiert werden. Wird das Bebauungsplanverfahren zügig zu Ende gebracht werden, könnte 2022 Baustart sein.