Magdeburg l Über dem Altstadtquartier in Magdeburg drehen sich die Kräne. Mit der Investition der Grundtec Bauregie GmbH, einem Unternehmen der Getec Gruppe, ins frühere Krankenhaus Altstadt entsteht derzeit ein neuer Standort für die medizinische Versorgung in Magdeburg und Umgebung.

Jetzt hat ein Großmieter des Medizinbereichs den Mietvertrag unterzeichnet: Von der in Magdeburg bereits mit drei Standorten vertretenen Radiologie und Nuklearmedizin Sudenburg waren Dr. Sylvia Schult, Andrea Kästner, Dr. Dominic Müller, Dr. David Löwenthal und Dr. Gerhard Ulrich zu einem Gespräch beim Grundtec-Projektleiter Andreas Ache und der künftigen Betreuerin der medizinischen Einrichtung Lisa Sabe sowie dem Architekten Thomas Nörthemann erschienen.

Maßarbeit für Mediziner

Dies war ein abschließendes von vielen Gesprächen. Der Grund: Der Bau einer Praxis für Radiologie erfordert aufwendige Abstimmung mit Blick auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter und Patienten, aber auch mit Blick auf die Strahlensicherheit.

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Thomas Nörthemann erläutert: „Während man beim Wohnungs- und Bürobau oft etwas baut und dann nach geeigneten Mietern sucht, ist es im medizinischen Bereich eher umgekehrt. Die Arbeiten sind entsprechend aufwendig und individuell.“

Auch eine Praxisklinik ist geplant

Unter dem Titel Gesundheitszentrum im Altstadtquartier wird sich hier eine Reihe von Fachärzten konzentrieren. Praxis für Augenheilkunde, Praxis für Gastroenterologie, Praxis für Onkologie und Hämatologie, Humangenetische Praxis, Praxis für Dermatologie und eine Praxisklinik für Gefäßmedizin sollen in dem Gebäuderiegel entlang der Otto-von-Guericke-Straße einen neuen Standort finden.

Und mehr noch: Es wird mehrere Säle für ambulante Operationen und eine Bettenstation geben. Andreas Ache: „Für unser zweites Ärztehaus an der Ecke Otto-von-Guericke-Straße sind wir mit Betreibern für ein ambulantes Operationszentrum im Gespräch. Ein Vorteil bei der Auslagerung von ambulanten Eingriffen ist, das diese nicht mehr in den Betrieb der stationären Operationsabläufe des Krankenhauses einsortiert werden müssen, was sich für diese Einrichtung inzwischen als schwierig erweist.

Kurze Wege sollen allen etwas nutzen

Mit dem medizinischen Campus Mitte, so Andreas Ache, werde für die Patienten eine medizinische Versorgung der kurzen Wege geschaffen. Und mit dem Hotel bestehe darüber hinaus zum Beispiel bei operativen Eingriffen die Möglichkeit, Verwandte in unmittelbarer Umgebung unterzubringen.

Die kurzen Wege sind auch einer der Gründe warum sich die Radiologie und Nuklearmedizin Sudenburg hier ansiedeln wird. Dr. Dominic Müller sagt: „Dies kann für die Menschen eine enorme Zeitersparnis haben. Und auch für uns Mediziner bedeuten kurze Wege natürlich eine Arbeitserleichterung.“ Dr. David Löwenthal sagt: „Wir haben mit einer Fläche von 930 Quadratmetern im Erdgeschoss und Souterrain hier ideale Möglichkeiten. In Zukunft möchten wir unsere beiden Praxen vom Hasselbachplatz und vom Universitätsplatz an dieser Stelle zusammenfassen.“

Radiologie fasst zwei Standorte zusammen

Die Praxis, in der insgesamt zehn Ärzte mitarbeiten und die auch über einen Standort in Stendal verfügt, wird in ihrem neuen Standort unter anderem Röntgengeräte, einen Computertomographen (CT) und zwei Magnet-Resonanz-Tomographen (MRT) einsetzen. Insbesondere für Patienten mit Platzangst sollen, angelehnt an das offene MRT am Universitätsplatz, auf diese Weise optimale Untersuchungsbedingungen geschaffen werden.

Für die Strahlensicherheit werden derzeit Decken aus Stein und Eisen aus dem 19. Jahrhundert durch dicke Stahlbetondecken ersetzt. Erhalten bleiben werden auf jeden Fall die Fassaden des denkmalgeschützten Gebäudes. Die Eröffnung dieser Praxis, die u. a. auch Patienten aus dem Bördekreis, dem Salzlandkreis, dem Jerichower Land und dem Harz betreut, ist für den nächsten Sommer geplant, nach und nach wird dann die Apotheke und die Praxisklinik für Gefäßmedizin folgen.

Nachfrage nach noch mehr Praxisräumen besteht

Bereits weit vorangekommen ist der Hotelneubau an der Julius-Bremer-Straße. Nachdem es zwischenzeitlich eine Verzögerung gegeben hatte, soll das „Ibis Styles“ zum Jahreswechsel den Betrieb aufnehmen. Und auch die ersten 49 Wohnungen an der Max-Otten-Straße sollen noch im Frühjahr kommenden Jahres fertig werden. Für die Praxen und die Wohnungen entstehen auf dem Gelände rund 250 Stellplätze.

Für einen weiteren zunächst unter dem Titel „Service und Wohnen“ geplanten Bereich sind die Würfel indes noch nicht endgültig gefallen. Andreas Ache berichtet: „Die Nachfrage nach Praxisräumen an diesem medizinischen Schwerpunkt in der Magdeburger Innenstadt ist so hoch, dass es denkbar ist, hier weitere Angebote zu schaffen.“