Magdeburg l Jetzt steht fest: Ab Mittwoch gelten in Sachsen-Anhalt und damit auch in Magdeburg wegen der Verbreitung des Coronavirus drastische Maßnahmen. Theater, Kinos, Museen, Clubs, Bibliotheken und alle weiteren Veranstaltungs-, Sport- und Freizeitorte müssen ab 18. März 2020 geschlossen bleiben, etliche Veranstaltungen wurden bereits abgesagt.

Gaststätten dürfen nur öffnen, wenn nicht mehr als 50 Menschen im Raum sind und zwischen den Tischen mehr als zwei Meter Abstand besteht - eine Herausforderung für einige Gastronomen, doch immer noch eine bessere Lösung als ganz zu schließen. Im Uniklinikum und im Klinikum Magdeburg gilt bereits ein Besuchsverbot mit wenigen Ausnahmen für beispielsweise stationär aufgenommene Kinder. Im Einzelhandel dürfen nur noch Lebensmittel-Geschäfte und Läden mit Gütern des täglichen Gebrauchs öffnen, dafür aber auch am Sonntag. Das bedeutet: Am Dienstag konnte vorerst ein letztes Mal ausgiebig geshoppt werden. Klamottenkaufen ist in den nächsten Tagen und Wochen nur noch online möglich.

Spielen für Kinder verboten

Besonders bitter aber für die Kleinen im Land: Selbst Kinderspielplätze dürfen nicht mehr besucht werden. Und seit Montag sind in Magdeburg sowieso schon Kitas und Schulen zu. Kein Wunder also, dass am Dienstag zahlreiche Magdeburger das schöne Wetter noch einmal nutzten und in den Parks spazieren und spielen gingen.

Die Landesregierung greift nun durch und hat diese Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus erlassen. Am Mittwoch tritt sie in Kraft und gilt bis auf Weiteres. Das Ordnungsamt Magdeburg kündigt an, die Polizei bei der Umsetzung der Verordnung zu unterstützen.

105 Menschen sind in Sachsen-Anhalt mit dem Coronavirus infiziert, davon 20 in Magdeburg. Schwerwiegende Fälle gebe es bislang nicht, heißt es vom Land.

Magdeburger Corona-Hotline überlastet

Doch immer mehr Menschen beschäftigt das Virus und seine Auswirkungen. Das bekam auch die Corona-Hotline der Stadt Magdeburg zu spüren. Ein Durchkommen am Dienstag kaum möglich. Rund 300 Gespräche pro Stunde nahmen die Mitabeiter an. Der Bedarf war wesentlich höher. Deshalb wird das Team aufgestockt. Acht Mitarbeiter sind ab Mittwoch hier im Einsatz plus weitere im Gesundheitsamt. Die Nummer 0391/540-2000 wird von 8 bis 18 Uhr besetzt sein. Das Bürgertelefon des Landes Sachsen-Anhalt ist von 8 bis 20 Uhr unter der Nummer 0391/2564-222 erreichbar.

Im Fieberzentrum in der Brandenburger Straße werden täglich bis zu 200 Abstriche durchgeführt. Demnächst sollen vor dem Haus Zelte aufgestellt werden, damit Wartende nicht im Regen stehen müssen.

Unterdessen rufen Politiker zu Solidarität auf. Auf Hamsterkäufe solle verzichtet werden. Die Versorgung sei gesichert.

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