Magdeburg l Ob Labrador, Dackel oder Pudel: Die Magdeburger lieben ihre Vierbeiner. 12.212 Hunde sind derzeit hier registriert. Auf jeden 19. Magdeburger kommt statistisch demnach ein Hund (zum Vergleich: Braunschweig: 26, Leipzig: 28, Dresden: 13). Und das sind nur die Hunde, für die eine Hundesteuer gezahlt wird. Die Dunkelziffer ist höchstwahrscheinlich deutlich höher.

Für den Ersthund wird der Magdeburger übrigens mit 96 Euro zur Kasse gebeten. Jährlich nimmt die Stadt damit ca. 1,1 Millionen Euro ein. „Besonders die Nachfrage nach kleinen Hunden ist groß“, erklärt Anita Diedrich, stellvertretende Leiterin des Tierheims Magdeburg. Der Grund seien vor allem die vielen Mietwohnungen. „Die Leute möchten einfach keine großen Hunde. Die bleiben meist länger bei uns.“

Hunde-Boom seit Corona

Seit Corona ist die Zahl der Hunde in Magdeburg noch einmal gestiegen. Bestätigen können diesen Trend vor allem lokale Hundeschulen. „Wir hatten nach dem Lockdown einen extremen Welpenboom“, erzählt Bianca Wiedemann von der DOG Study Hundeschule. „Meistens haben diese Neukunden schon lange mit dem Gedanken gespielt, sich einen Hund zu halten, und haben jetzt mit Corona die Gelegenheit dazu ergriffen.“

Schwierig gestaltete sich nur die Sozialisierung des Hundes. „Im Homeoffice verbringt man natürlich viel Zeit mit seinem neuen Liebling. Als dann aber die meisten wieder zur Arbeit mussten, war das für den Hund erst mal eine komplett neue Situation,“ so Wiedemann. Deshalb stand zunächst das „Alleine-sein-Üben“ auf dem Programm. Positiv merkt die Hundetrainerin an, dass Halter vermehrt auf Hundeschulen setzen, um ihre Vierbeiner zu erziehen.

Jung oder alt, groß oder klein: An Sonnabenden sind Magdeburgs Auslaufwiesen voll. 27 Grünflächen bietet die Stadt ihren Hundebesitzern, die dort ihren Fellnasen Freilauf bieten können. Doch genau da liegt auch der metaphorische Hund begraben: herumliegender Kot, ungezogene Hunde und Halter, die sich mehr für ihr Smartphone interessieren als für ihr Haustier.

Beschwerden über Hunde und Halter

Immer wieder kommt es deshalb zu Beschwerden von Anwohnern, die sich über unkontrollierte Hunde aufregen. „Diese Wut wird dann an den Hunden ausgelassen“, bestätigt auch Hundefriseurin und langjährige Hundebesitzerin Diana Härter. „Im schlimmsten Fall werden Giftköder ausgelegt, um den Hund mutwillig zu verletzen oder gar zu töten, dabei sind ja die Hundebesitzer diejenigen, die sich nicht richtig verhalten.“ Für sie ist klar: „Hunde müssen allzu oft für die Verfehlungen ihrer Herrchen herhalten.“ Auch Diedrich appelliert an die Hundebesitzer: „Der Mensch muss sich seiner Verantwortung gegenüber dem Tier bewusst sein. Gegenseitige Rücksichtnahme ist enorm wichtig, sonst ist der Hund am Ende der Leidtragende.“

Diese Tipps sollten Hundehalter beachten:

  • Niemals einen Hund im Internet oder aus dem Kofferraum kaufen. Viel zu oft bleibt da unklar, woher die Tiere kommen, ob sie Vorerkrankungen haben oder schlecht sozialisiert sind.
  • Bauen Sie ein Vertrauensverhältnis zu ihrem Tier auf und geben Sie ihm Sicherheit. Sie haben das Sagen, nicht der Hund.
  • Kontrollieren Sie bei einem neuen Tier immer den Impfausweis. Welche Impfungen fehlen, welche müssen nachgeholt werden? Wichtig sind vor allem die gegen die Ektoparasiten wie Flöhe und Milben. Ist kein Impfpass vorhanden, kaufen Sie den Hund nicht. Achten Sie außerdem auf regelmäßige Wurmkuren, gerade bei Junghunden.
  • Es muss einen schriftlichen Kaufvertrag geben, in dem der Kaufpreis und alle Informationen über den Hund festgehalten sind.
  • Sozialisieren Sie Ihren Hund. Besonders wichtig ist das innerhalb der 8. und 16. Woche. Dort können Hunde sehr viel lernen. Gewöhnen Sie einen Stadthund beispielsweise an den Straßenverkehr.
  • Wer einen Hund kauft, sollte sich immer auch das Muttertier und die Wurfgeschwister zeigen lassen.
  • Im Idealfall ist ein Hund gechipt. Anhand des Chips kann er eindeutig identifiziert werden, falls er entläuft und gefunden wird.