Magdeburg l Mit den langen Nächten kommen die Einbrecher. Jüngstes Beispiel: Am ersten Novemberwochenende 2018 rückten gleich zwei Magdeburger Parzellen in der Kleingartenanlage Schrotetal an der Albert-Vater-Straße ins Visier von Langfingern.

Im Schutz der Dunkelheit brachen sie zunächst eine Laube auf, aus der sie Werkzeuge wie Trimmer, Axt und Spaten mitgehen ließen. Aus einer zweiten Laube entwendeten die Unbekannten ein Fernsehgerät und aus einem Nebengelass u. a. Bohrmaschine und Handkreissäge.

Mehr Einbrüche in dunkler Jahreszeit

Die Polizei befürchtet, dass mit den langen Nächten die Einbrüche in Gartenanlagen wieder rasant zunehmen. In den letzten Jahren war es immer so. 559 Laubeneinbrüche registrierte die Polizei 2017 in Magdeburg. 2018 waren es bislang 280. Die Zahl dürfte in den nächsten Tagen wieder sprunghaft ansteigen. Die an kalten Tagen oft verwaisten Parzellen locken ebenso wie Dunkelheit und abgelegene Standorte.

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Doch die Besitzer der Kleingärten sind oft auch zu nachlässig, was den Schutz ihres Eigentums betrifft. Das sind die gröbsten Fehler, die immer wieder gemacht werden:

Der Schlüssel unterm Abtreter
Es ist der Klassiker und er funktioniert noch immer: Der Schlüssel zur Laube liegt unterm Abtreter, verdeckt auf dem Fensterbrett oder unter der Blumenschale. „Beliebt sind auch spezielle Dekosteine zum Schlüsselverstecken, wie sie im Katalog verkauft werden. Doch die kennt auch jeder Einbrecher“, berichtet Polizeisprecherin Ilona Wessner.

Wertgegenstände
Wertgegenstände wie Fernseher oder hochwertige Elektrogeräte freuen jeden Einbrecher. „Eine Satschüssel auf dem Dach ist schon verräterisch“, sagt Ilona Wessner.

Sie rät – auch wenn es Mühe macht – möglichst alle Wertsachen über den Winter woanders zu lagern. Wenn das nicht möglich ist, sollten gerade die hochwertigen Gegenstände unbedingt z. B. mit Initialien kenntlich gemacht werden, so dass kein leichtes Entfernen möglich ist. „Wir haben einen Täter gefasst, der zu Hause Hunderte Sachen vermutlich aus Diebstählen liegen hatte. Doch das meiste war nicht gekennzeichnet und damit für uns nicht zuzuordnen“, berichtet die Polizeisprecherin. So sei es außerdem schwierig, die Täter zu überführen.

Einfache Türen oder Schlösser
Einfache Türen, oft noch aus DDR-Zeiten, oder veraltete Schlösser machen es den Dieben zu leicht. Mehr Schutz bieten z. B. Diskus-Vorhängeschlösser mit abgedeckten Schrauben oder Stangen-Riegelschlösser an den Türen.

Keine Versicherung
Fehlende Versicherungen sind oft ein Problem. Ilona Wessner rät, die Einrichtung richtig zu versichern (unter anderem über die Hausrat).

Fehlende Beleuchtung
Die Täter lieben Dunkelheit, gute Ausleuchtung der Grundstücke hingegen nicht. „Vor allem Bewegungsmelder sind sehr nützlich“, so Ilona Wessner.

Oft kennt man seinen Gartennachbarn, doch wer schaut schon genauer hin? „Wenn sich Fremde nebenan im Garten herum treiben, kann man diese ruhig freundlich ansprechen“, findet Ilona Wessner. Eine Floskel wie „Zu wem möchten Sie denn?“ sende ein klares Signal an mögliche Täter aus: „Da hat mich jemand gesehen und kann vielleicht eine Personenbeschreibung abgeben.“ Das schreckt ab.

Polizei informieren

Im Zweifel die Polizei rufen. Sinnvoll sei auch, mit den Gartennachbarn die Telefonnummer zu tauschen.

Manche raten auch, die Lauben nicht abzuschließen, um den Tätern zu zeigen: Hier ist nichts zu holen! „Ich habe da meine Bedenken“, sagt Ilona Wessner. „Das bietet Tätern Gelegenheit, in der Laube zu übernachten. Und wer will das schon?“, fragt sie. Aber das müsse letztlich jeder selbst entscheiden.