Magdeburg l Magdeburg habe so stark wie nie zuvor an Anziehungskraft gewonnen, jubelt man bei der MMKT. Die Stadt liege deutlich über dem Landesdurchschnitt, und der Bundesdurchschnitt wurde nur knapp verfehlt. Sogar eine Höchstmarke konnte geknackt werden. Es geht um die Übernachtungszahlen 2018.

Die Übernachtungszahlen, also die Anzahl aller registrierten Übernachtungen in Hotels und Pensionen, gelten schlechthin als aussagekräftige Statistik für die Attraktivität einer Stadt für Touristen, aber auch für Wirtschaftsreisende, Tagungs- und Kongressteilnehmer.

1,2 Prozent über Bundesdurchschnitt

2018 konnten in Magdeburg nach MMKT-Angaben insgesamt 692.213 Übernachtungen gezählt werden. Das waren 3,9 Prozent mehr als 2017 (666.037 Übernachtungen). Die Steigerung im Land Sachsen-Anhalt lag bei 1,2 Prozent, im Bundesdurchschnitt haben die Übernachtungen um 4 Prozent zugelegt. Und der Magdeburger Rekordmonat war der September 2018. Mit 71.472 Übernachtungen konnte zum ersten Mal die 70.000er-Marke bei den Übernachtungen pro einzelnem Monat übersprungen werden.

Auch die „schwächeren“ Monate Januar und Februar gaben nach Ansicht der MMKT keinen Grund zur Klage. Im Gegenteil, auch für diese beiden Monate seien mit 40.343 Übernachtungen im Januar und 41.061 Übernachtungen im Februar so viele gezählt worden wie noch in keinem Jahr davor. In der Vorweihnachtszeit sei Magdeburg wohl ebenfalls ein interessantes Ausflugsziel, denn im Dezember wurden 60.213 Übernachtungen gezählt, ein Jahr zuvor waren es „nur“ 57.697.

Und noch eine Zahl ist beachtenswert. Seit 2014 hat die Anzahl der Übernachtungen von damals 569.791 in vier Jahren um 122.422 zugelegt.

Heißer Sommer schmälert Bilanz

Wäre der Sommer nicht so heiß ausgefallen wie im vergangenen Jahr, hätte die Bilanz möglicherweise nur höher ausfallen können, so MMKT-Geschäftsführerin Sandra Yvonne Stieger, denn im Juli habe es einen spürbaren Rückgang an Übernachtungen gegeben.

Für Rainer Nitsche, Wirtschaftsbeigeordneter der Stadt Magdeburg und zuständig für Tourismusförderung, liegt das Erfolgsrezept darin, dass sich Magdeburg in Sachen Fremdenverkehr nicht auf Großereignisse wie etwa das Reformationsjubiläum 2017 „einschieße“, sondern auf Kontinuität setze. Der Dom, die Grüne Zitadelle, der Radtourismus, die Elbe, das sind die „Anker“, die Nitsche bei der Entwicklung des Tourismus in der Stadt sieht. „Daran haben wir immer gearbeitet und werden es auch weiterhin tun.“

So wolle man den Radtourismus etwa durch einen Festungs-Radweg, der vom Elberadweg abgeht, erweitern. Überhaupt sieht Rainer Nitsche im Radtourismus ein großes Potenzial für Magdeburg. Das Gleiche gelte für die Elbe. Geplant sei etwa, ein neues Elbe-Informationszentrum aufzubauen. Die Pläne dafür seien bereits weit fortgeschritten. „Auch davon verspreche ich mir ein verstärktes Interesse von Touristen, nach Magdeburg zu kommen“, sagte Nitsche, der zurzeit mit einer Delegation in Magdeburgs chinesischer Partnerstadt Harbin zu Gast ist.

Germany Travel Mart war Impuls

Ein spürbarer Impuls für den Fremdenverkehr in Magdeburg sei die „Germany Travel Mart“ gewesen. Diese Fachtagung für Reiseveranstalter, die 2016 in Magdeburg stattfand, habe dazu geführt, dass viele Veranstalter die Stadt jetzt „auf ihrem Schirm“ hätten, so Rainer Nitsche.

„Wir wollen nicht nur immer mehr Menschen nach Magdeburg holen, sondern auch dafür sorgen, dass sie länger bei uns bleiben“, bringt MMKT-Geschäftsführerin Sandra Yvonne Stieger die Tourismusziele für Magdeburg auf den Punkt.