Magdeburg l In der zweiten Julihälfte des Jahres 2019 haben auf der Tunnelbaustelle am Magdeburger Hauptbahnhof die Arbeiten an einem neuen Zaun begonnen. Es geht um einen geschlossenen Bretterzaun an dem neuen Weg für Fußgänger, der provisorisch für Fußgänger zwischen dem Willy-Brandt-Platz und dem Kölner Platz hergerichtet wird. Die Deutsche Bahn geht davon aus, dass dieser Weg zum Monatsbeginn frei ist.

Der neue Weg schließt sich an den bereits bestehenden Fluchtweg zwischen Kölner Platz und Zentralem Omnibusbahnhof an. So bald der Weg in Richtung Willy-Brandt-Platz fertig ist, muss aber ein Teilstück am Kölner Platz wieder geschlossen werden. Grund: Dort sind Ver- und Entsorgungsleitungen noch nicht fertig. Die damit verbundenen Aufgaben sollen dann nach und nach abgearbeitet werden. Die Arbeiter werden die neuen Kabel Schritt für Schritt in Richtung Busbahnhof weiterbauen. Erst wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, ist der Weg wieder durchgängig zwischen Busbahnhof und Willy-Brand-Platz frei.

Viele Leitungen führen nach Stadtfeld

Aufwendig ist die Verlegung von Kabeln, da der Bereich unter den Eisenbahnbrücken an der Ernst-Reuter-Allee nicht allein für den Straßenverkehr, sondern auch für die Ver- und Entsorgung eine Engstelle ist. Nahezu alle Arten von Medien von der Telekommunikationsleitung bis zum Abwasserrohr müssen hier Platz finden.

Der provisorische Bodenbelag für den Weg entlang der Baustelle besteht in der oberen Schicht aus Asphalt. Für den endgültigen Ausbau ist hier ein barrierfreier Steinboden vorgesehen. Die Entwürfe dazu sollen dem Stadtrat noch vorgestellt werden.

Brücke für Straßenbahn

Über der Verbindung zwischen Tunnel und Tiefgarage des City Carrés laufen derzeit Verschalungsarbeiten. Auf den bereits vorhandenen Betonbohrpfählen wird in diesem Bereich die Brücke für die Gleise der Magdeburger Verkehrsbetriebe gebaut. Nach der Fertigstellung fahren dann in diesem etwa 20 Meter langen Abschnitt unten die Autos auf Höhe des Tunnels unter freiem Himmel, darüber befindet sich die Straßenbahnbrücken, und von den Seiten können die Passanten auf den fließenen Verkehr blicken. In der vergangenen Woche wurde etwa die Hälfte der Verschalungsarbeiten als Vorbereitung für die weiteren Betonarbeiten abgeschlossen.

Weitestgehend abgeschlossen sind auch die Arbeiten an der Tunnelausfahrt in die Innenstadt. Einzig ein paar Teilstücke an den Stützwänden müssen noch bearbeitet werden.

Bau auch nebenan

Am Damaschkeplatz hat derweil der letzte Abschnitt der Straßenbahntrasse im westlichen Baufeld der Tunnelbaustelle ihren Asphalt erhalten. Die Arbeiten am neuen Gleiskreuz der MVB im Zuge der 2. Nord-Süd-Verbindung nebenan sind derweil in vollem Gange. Seit der Woche ist dort unter anderem ein Bohrpfahlgerät im Einsatz. Der für diese Arbeiten notwendige Regenüberlauf in der Liebknechtstraße soll bis Ende August fertiggestellt werden. Nötig ist dieser, da der am Damaschkeplatz vorhandene Regenüberlauf für die Gleisbauarbeiten versetzt werden muss.

Das Projekt „Eisenbahnüberführung Ernst-Reuter-Allee“ ist eines der größten Verkehrsprojekte in Magdeburg seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990. Der Stadtrat hatte am 11. Dezember 2009 die Entwurfsplanung und die Haushaltsmittel zum Bau des Straßentunnels in der Ernst-Reuter-Allee bestätigt. Daraufhin wurde zwischen der Landeshauptstadt Magdeburg und der Deutsche Bahn am 18. Dezember 2009 die Kreuzungsvereinbarung unterzeichnet. Der Planfeststellungsbeschluss liegt seit dem 10. April 2012 vor. Nachdem vor Gericht Widersprüche abgewiesen waren, konnten die Arbeiten im Jahr 2016 beginnen.

In den vergangenen Monaten hat die Magdeburger Volksstimme zahlreiche Beiträge über den Tunnelbau in Magdeburg veröffentlicht. Ein Teil von ihnen ist in einem Dossier zusammengefasst.