Magdeburg l „Da lernt man auch das Anziehen“, meint Falk Lepie, Zugführer des hiesigen Ortsverbands, im Rückblick auf das nass-kalte Wetter am Sonnabendvormittag. Vier junge Männer und eine junge Frau waren erstmals bei einer offiziellen Ausbildung dabei und merkten gleich, wie wichtig auch die richtige Kleidung ist.

Simuliert wurde eine Gasexplosion bei einem Unfall in einer Industrieanlage. Die Bergungsgruppe des Technischen Zugs kam dabei zum Einsatz, um in ein Gebäude einzudringen und eine vermeintlich hilflose Person zu bergen. Dazu galt es auch eine Wand „niederzulegen“, wie Lepie es formell nennt. Praktisch gesehen wurde sie eingerissen.

20 000 Watt machten Nacht zum Tag

Dabei ging es anders als bei einer Übung nicht um Schnelligkeit, sondern um das Ausprobieren, mit welcher Methode welche Mauerstruktur abgetragen werden kann. „Stahlbeton schneidet man, Steine bricht man an der Fuge auseinander“, erklärt der Zugführer. Mit einer Prüfbohrung und einer anschließenden Messung wurde simuliert, ob bei dem Unfall für die Helfer gefährliches Gas ausgetreten ist. Weiterer Teil der Ausbildung: Mit einer Scheinwerferleistung von 20 000 Watt wurde die Nacht in der Arena zum Tag gemacht. „Komischerweise passieren die meisten Dinge immer nachts“, erklärt Lepie den Grund. Aufgrund des logistischen Aufwands wird solch eine Nachtausbildung nur einmal im Jahr durchgeführt.

Kooperation mit Aerosol-Arena-Chefs

Das Abreißen von Bauwerken sei zwar durchaus eine typische Aufgabe für den Zivilschutz, beispielsweise bei schweren Stürmen oder Hochwasser. Häufiger kommen sie jedoch bei der Sicherung von Gebäuden zum Einsatz. Trainiert werden muss aber beides.

Die THW-Kräfte waren zum wiederholten Mal auf dem ehemaligen Industriegelände am Klosterkamp, das seit einigen Jahren als Graffiti-Atelier genutzt wird. „Wir halfen mal bei einer Veranstaltung mit Strom aus“, erzählt Frank Lepie. Daraus wurde eine regelmäßige Kooperation.