Magdeburg l Die Magdeburger Stadtverwaltung hat bei Bäckereien, Tankstellen und anderen Gewerbetreibenden eine Umfrage zum Interesse an einem Rabatt- oder Mehrwegbechersystem gestartet. Eine Beteiligung an der Umfrage ist bis zum 28. Januar möglich. Allerdings sind dabei ausschließlich die Gewerbetreibenden gefragt.

Hintergrund: Die Verwaltung möchte die Gewerbetreibenden, wie beispielsweise Bäckerfachbetriebe, Bäckereiketten und Tankstellen in den Entscheidungsprozess zur Reduzierung von Einwegbechern einbeziehen und sei sehr an den Standpunkten der Gewerbetreibenden interessiert, heißt es in einer aktuellen Mitteilung der Stadt. Die Umfrage ist anonym und freiwillig. Die Auswertung der Daten, die schriftlich oder online erhoben werden, erfolgt vom Amt für Statistik. Die anschließende Ergebnisveröffentlichung ist ebenfalls anonym.

Das Problem: Die Nutzung von Einwegpappbechern führt der Stadt zufolge zu Nachteilen im Stadtbild, „da diese im öffentlichen Raum diffus entsorgt werden und nicht immer im Papierkorb entsorgt werden“. Die Vielzahl an To-go-Produkten führe generell zu höherem Abfallaufkommen, das reduziert werden soll. Ziel der Umfrage ist es jetzt, herauszufinden, ob Anbieter des Coffee-to-go auf Einwegbecher verzichten möchten, bereits eigene Lösungen gefunden oder Interesse an einem Rabatt- oder Mehrwegbecherpfandsystem haben.

Städte wie Berlin oder Leipzig haben sich ebenfalls diesem Problem angenommen und ein Rabattsystem und ein Mehrwegbecherpfandsystem unterstützt. In der Landeshauptstadt Magdeburg wurde das Thema vom Stadtrat eingebracht.

Kunden erhalten Preisnachlass

Wie funktioniert ein Rabattsystem? Kunden, die einen eigenen Becher für den Kaffee für unterwegs mitbringen, erhalten vom Verkäufer einen Preisnachlass. Dies soll ein Anreizsystem sein, damit Kunden auf eigene Becher umsteigen. „Voraussetzung ist ein Umweltbewusstsein und die Bereitschaft der Kunden, den Becher auch selbst zu transportieren“, wird in der Erklärung der Stadt deutlich gemacht.

Einige Verkäufer bieten zur Kundenbindung auch einen eigenen Mehrwegbecher an, der von Kunden immer wieder genutzt werden kann. Dadurch werden der Kauf von Einwegbechern beim Verkäufer eingespart und gleichzeitig dem Wunsch der Kunden nach einem umweltfreundlichen Produkt entsprochen.

Was ist ein Mehrwegbecherpfandsystem? Grundlage für diese Variante ist ein Zusammenschluss mehrerer Verkäufer für dieses Pfandsystem. Der Kaffee wird hier an den Kunden in einem Mehrwegbecher gegen ein Pfand verkauft. Die Rückgabe des leeren Bechers erfolgt beim Verkäufer oder einem beteiligten Unternehmen.

Infos beim Abfallwirtschaftsbetrieb

Wer in Magdeburg Kaffee für unterwegs verkauft und noch keinen Fragebogen erhalten hat, kann sich gern an den Städtischen Abfallwirtschaftsbetrieb unter der Rufnummer 03 91/540 46 66 oder per E-Mail an abfallberatung@sab.magdeburg.de wenden.