Magdeburg l Happy End für den süßen Kuschelbären vom Magdeburger Ring: Der knuddelige Fund-Teddy, der vor einigen Wochen von Polizisten auf der vielbefahrenen, dreckigen Straße aufgelesen wurde, wird bei einer Familie ein neues Zuhause finden – bei einer sehr großen Familie. 138 Mädchen und Jungen aus der Awo-Kita Börderübchen in Niederndodeleben freuen sich schon auf ihren neuen Freund. Dorthin wird Teddy am 16. Juli 2019 umziehen.

Teddy wohnte bei Magdeburger Polizei

Mehr als drei Monate lebte der Bär bei der Polizei in Neu-Olvenstedt, wurde dort herzlichst umsorgt und gepflegt, durfte sogar kleine Hilfsarbeiten übernehmen und wurde so schnell zum Liebling aller Kollegen, wie Sprecherin Heidi Winter mit einem Augenzwinkern verrät. Jetzt aber wird es Zeit für Teddy, wieder in eine Familie mit Kindern umzuziehen.

Für seine Fahrt in den benachbarten Landkreis hat sich der Kuschelbär schon mal schick gemacht. Schlips und Mütze müssen sein, auch als Teddy kann man schließlich nicht einfach nackt auf Reisen gehen.

Doch nicht nur die Mädchen und Jungen sowie Kita-Leiterin Ines Ziemer und die Pädagogen freuen sich auf den Zuwachs, sondern vor allem auch Steffen Heinrich. Der 44-Jährige absolviert derzeit den Bundesfreiwilligendienst in der Einrichtung und hat den Umzug von Teddy ins Rollen gebracht, berichtet Awo-Sprecherin Angelika Heiden.

Teddy mit verantwortungsvollen Aufgaben

„Der pädagogische Hintergrund dieses Engagements ist vielfältig“, erklärt sie. Mit Teddy soll den Kleinen kindgerecht beispielsweise Verkehrserziehung (Wie kommt ein Teddy auf die Straße?), Sozialverhalten (in Notsituationen anderen beistehen, Liebe geben) und Identität (ein/kein Zuhause haben) vermittelt werden.

Für Teddy ist das ein echter Karrieresprung. Denn er wird nicht nur in ein neues Zuhause ziehen, sondern dort auch eine Reihe verantwortungsvoller Aufgaben übernehmen. Das freut sicher auch die Polizei.

Rückblick: Am 2. April 2019 wurde Teddy auf dem Magdeburger Ring entdeckt. Ob freiwillig ausgebüxt oder von einem Kind verloren, ist unklar. Fakt ist nur: Teddy war ganz allein, hilflos und ziemlich traurig. Polizeibeamte mit Bärenherz sammelten Teddy ein und suchten fortan öffentlich nach seinen „Eltern“. Doch niemand schien das Kuscheltier zu vermissen. Auch ein Aufruf in der Volksstimme brachte Teddy nicht seine Familie zurück. Welch Glück aber, dass Steffen Heinrich – ebenfalls mit Bärenherz – der Polizei schrieb und sich sofort bereiterklärte, Teddy in der Kita aufzunehmen.