Magdeburg l Der Vorfall, den mehrere Volksstimme-Leser beschreiben, ist dreist: Ein unbekannter Mann begibt sich am Abend des 21. Juli 2020 auf den Spielplatz am Schellheimerplatz im Magdeburger Stadtteil Stadtfeld-Ost. Mit dabei hat er kein Kind, sondern seinen Hund unbekannter Rasse. Wie ein Kind aber lässt er das Tier auf dem Gelände spielen – unangeleint.

Und nicht nur das: Den Sitz der Seilbahn lässt er seinen Hund als Beißspielzeug missbrauchen. Mehrfach schwingt der Mann das Seil hin und her und ermutigt das Tier, danach zu schnappen. Als ein Mädchen mit der Seilbahn spielen will, schickt er es einfach weg, berichten Augenzeugen.

Auf sein Verhalten angesprochen, wird er gegenüber den anwesenden Eltern ausfallend und droht ihnen, wie die Zeugen berichten. Das Ende vom Lied: Der Sitz der Seilbahn ist durch die Bisse des Hundes zerstört, wie Fotos, die der Volksstimme vorliegen, zeigen.

Nicht der erste Vorfall

Wie Annekatrin Barth, Sprecherin des Eigenbetriebs Stadtgarten und Friedhöfe (SFM), auf Volksstimme-Nachfrage bestätigt, ist es nicht der erste Vorfall. „Wir haben den Pendelsitz am Mittwoch bereits zum dritten Mal innerhalb der vergangenen drei Monate austauschen müssen“ sagt sie.

Der jetzt beschädigte Sitz wurde sogar erst am Dienstag aufgehängt und war bereits am Abend wieder zerstört. Bei ihm handelt es sich um eine Spezialanfertigung, weshalb ein Exemplar 250 Euro kostet. Somit sind also bereits 750 Euro Schaden entstanden.

Ihren Angaben nach seien die Zerstörungen sehr ähnlich, so dass von einem Zusammenhang auszugehen ist. Der Stadtgartenbetrieb bereite jetzt eine Strafanzeige für die Polizei vor. Dazu gebe es Bildmaterial von dem Mann und seinem Hund, wie dieser sich an dem Sitz verbissen hat.

Hund auf Spielplatz tabu

Polizeisprecher Sebastian Alisch empfiehlt sich in solch einem Fall entweder an das Ordnungsamt oder die Polizei zu wenden. „Auch wenn der Mann bis zum Eintreffen der Beamten verschwunden ist, könnte anhand von Beweisbildern oder Zeugenaussagen nach ihm gesucht werden“, sagt er. Vielleicht sei er bereits wegen ähnlicher Fälle oder aus anderen Gründen polizeibekannt, so dass die Staatsanwaltschaft Argumente für ein Durchgreifen hat.

„Es ist immer besser, sich bei uns zu melden, als nichts zu machen“, sagt er. Allein, weil der Hund nicht angeleint war, könnte eine Gefährdung vorgelegen haben.

Unabhängig davon haben Hunde generell nichts auf einem Spielplatz zu suchen, wie SFM-Sprecherin Annekatrin Barth erklärt. „Laut Grünanlagensatzung dürfen nur Blindenhunde mitgebracht werden. Spielplätze sind keine Hundeauslaufwiese“, betont sie.