Magdeburg l Eingeladen zur Sitzung der Arbeitsgruppe Gemeinwesenarbeit (GWA) Stadtfeld-Ost waren Mario Schröter als Abteilungsleiter Verkehrsplanung des Magdeburger Stadtplanungsamtes und Patrick Strüber als verantwortlicher Mitarbeiter für den Workshop vom August 2017, die den GWA-Mitgliedern nähere Informationen zum Stand der Dinge gaben.

„Wie kam es eigentlich zu dem Workshop, war die Goethestraße ein Unfallschwerpunkt?“, fragte eingangs Stephan Bublitz, Sprecher der bislang nicht involvierten GWA. „Die Stadt beteiligte sich am Fahrradaktionstag, in dessen Vorbereitung wir uns dachten, eine Straße zu begutachten, die ein gewisses Prestige hat und auch inoffiziell eine Hauptstraße für Fahrradfahrer am Grünzug der Schrote ist“, antwortete Patrick Strüber.

Magdeburger zu Workshop eingeladen

400 per Zufallsprinzip ausgesuchten Einwohnern aus dem Magdeburger Stadtteil wurde persönlich eine Einladung zu dem Workshop zugestellt. „Das hat nicht so funktioniert, wie wir uns das gedacht haben“, berichtete Strüber. Nach nochmaliger Einladung über die Öffentlichkeit meldeten sich 29 Teilnehmer, von denen 18 auch erschienen.

Diese diskutierten aufgeteilt in Kleingruppen über verkehrsrelevante Themen in der Goethestraße. Als Ergebnis kristallisierte sich der Wunsch der Bürger heraus, diese in eine Fahrradstraße umzuwidmen, auf der der Radverkehr nicht behindert oder gefährdet werden darf. Fahrradfahrern würden mehr Rechte eingeräumt, das Nebeneinanderfahren von Radlern wäre erlaubt. Der Kfz-Verkehr wäre weiter per Zusatzschild möglich, allerdings müssten sich die Autofahrer den Radfahrern unterordnen.

Magdeburger brauchen Parkplätze

„Wie soll das gehen, angesichts des Autoverkehrs und der benötigten Parkplätze?“, fragte eine Besucherin der GWA-Veranstaltung. „Das Wegfallen von Pkw-Stellplätzen für die Anwohner ist ein schwieriges Thema. Auch gibt es Geschäfte, die beliefert werden müssen“, gab Strüber zu. „Der Workshop war ein Experiment. Ich war aber angenehm überrascht, dass sich Autofahrer und Radfahrer nicht gegeneinander wendeten“, meinte Abteilungsleiter Mario Schröter.

„Wir wollen nun eine Variante, die allen gerecht wird, zusammenbauen und einen Beschilderungsplan für eine Fahrradstraße anfertigen. Der geht dann an die Untere Verkehrsbehörde des Landes und es wird noch einigen Schriftverkehr geben. Es wird noch viel Zeit brauchen bis zur Beschilderung ‚Fahrradstraße‘. Außerdem ist die Goethestraße ein Flächendenkmal, da kann man nicht sagen, mit wem man noch so alles sprechen muss“, ergänzte Patrick Strüber. Ein Zeitplan sei somit noch nicht absehbar.