Magdeburg l Welcher Autofahrer würde sich nicht ärgern, fände er eines Morgens einen Aufkleber mitten auf der Frontscheibe seines Fahrzeuges. Der muss erst abgekratzt werden. Und das dürfte so ziemlich jeden mit Unmut erfüllen. Aber mancher Autofahrer verursacht mit seinem Parkverhalten eben auch Ärger.

In Magdeburg-Stadtfeld sind kürzlich Aufkleber an Autos hinterlassen worden, die unter anderem auf Fußwegen abgestellt worden waren. „Park doch wo du sollst“, stand darauf.

Autos blockieren Fuß- und Radwege

Immer wieder gibt es in Stadtfeld Autofahrer, die mit ihren Fahrzeugen Straßeneinmündungen und Fußwege blockieren. Der Parkdruck scheint hoch in dem Wohngebiet. Doch Angebote, Parkplätze im näheren Umfeld zu mieten, zum Beispiel an der Hermann-Gieseler-Halle, wurden dagegen nicht angenommen. So ist fraglich, ob ein Parkhaus genutzt werden würde und wo dies in dem relativ dicht bebauten Stadtviertel stehen sollte.

Den Denkzettel für den Autofahrer, der sein Auto auf dem Bordstein abstellt, kann so mancher Fußgänger und Radfahrer nachvollziehen. Eine Anwohnerin, die namentlich nicht genannt werden möchte, sagt, dass Autofahrer auf diese Weise Mütter mit Kinderwagen blockieren, aber auch Rollstuhlfahrer und Leute, die auf einen Rollator angewiesen sind. Nachts seien ausladende Kreuzungen so dicht zugeparkt, dass sie befürchtet, dass die Feuerwehr Probleme hätte durchzukommen, sollte es dort mal einen Brand geben.

Ihrer Ansicht nach müssten alle Verkehrsarten mehr aufeinander Rücksicht nehmen und den Verkehrsraum auch einmal durch die Brille des jeweils anderen betrachten. Für die Autofahrer bedeutet das, dass sie keine Fußwege blockieren.

Unklar, woher Aufkleber kommen

Wo die roten Aufkleber herkamen, ist unklar. Ein ähnliches Prinzip hat aber bereits der VCD mit seinen Gelben Karten entwickelt. Die werden nicht geklebt, sondern können einfach unter den Scheibenwischer gesteckt werden. Die Karten kann man direkt beim Verkehrsclub Deutschland (VCD) bestellen.

Andere private Aktionen wurden auch schon in anderen Städten gestartet – etwa Fahrradfahrer, die ihr Rad auf der Straße abstellten und mit einem Schild darauf hinwiesen „Bin nur kurz beim Bäcker“ und dann die Reaktion der Autofahrer filmten. Allerdings sind es oft Autofahrer, die ihr Auto für ebenjene kurzen Bäckerbesuche auf dem Gehweg oder Radweg abstellen.

Aber kann man das Ordnungsamt im Falle von falsch geparkten Autos, die andere Verkehrsteilnehmer behindern, überhaupt anrufen? Und darf man Autos einfach bekleben?

Ordnungsamt schaltet Hotline

„Natürlich ist es privatrechtlich nicht erlaubt, fremde Fahrzeuge mit Aufklebern zu bekleben“, erklärte der Pressesprecher der Stadtverwaltung Magdeburg auf Nachfrage. Das Ordnungsamt sollte aktuell immer dann telefonisch informiert werden, „wenn eine konkrete und wirklich erhebliche Verkehrsbehinderung vorliegt, zum Beispiel der Gehweg oder Radweg vollständig blockiert ist“. Die Rufnummer lautet 0391/540-5400. Sie ist von 6 bis 20  Uhr erreichbar.

Im Rahmen der personellen Möglichkeiten erhalte dann ein Streifenwagen den Auftrag, eine Kontrolle vorzunehmen, wobei aber zum Beispiel eine blockierte Straßenbahn absoluten Vorrang habe. Bei den normalen Parkverstößen im ruhenden Straßenverkehr sei es jedoch nicht möglich und erforderlich, auf alle Hinweise sofort zu reagieren. „Unser Ordnungsamt berücksichtigt solche Anzeigen aber bei der Einsatzplanung.“

Auf Fragen zur Lage in Stadtfeld und wie aus Sicht der Stadtverwaltung damit umgegangen werden müsste, gab es von der Pressestelle keine Antworten.