Magdeburg l Den meisten Wohn- und Gewerberaum im neuen Domviertel in Magdeburg bietet die Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg (Wobau). Neben zwei älteren Gebäuden in der Danzstraße und zwei neuen Häusern an der Einmündung der Leibnizstraße schließt das kommunale Unternehmen das Karree, das sich zwischen Breitem Weg und Leibnizstraße sowie zwischen Haeckel- und Keplerstraße befindet.

An der Danzstraße sind die Wohnungen bereits vergeben. Derzeit werden für die Danzstraße 11 die Mietinteressenten angeschrieben. Auch bei den anderen Wohnungen gibt es viele Interessenten. „Aber auch weitere Interessenten können sich für diesen oder einen der nächsten Bauabschnitte registrieren lassen“, sagt Torsten Prusseit, der die Wobau-Geschäftsstelle Mitte am Universitätsplatz leitet.

Erste Mietverträge unterzeichnet

Bei den Gewerbeflächen sind bei der Wobau für die Neubauten in der Danzstraße bereits Mietverträge unterzeichnet. „In der Danzstraße 11 wird ein Eiscafé einziehen. In der Danzstraße 10/10a haben wir neben dem Kundencenter einer großen Krankenkasse bereits Praxisräume vermietet“, so Wobau-Chef Peter Lackner.

Für die Gebäude am Breiten Weg liegt das Wohnungsbauunternehmen im Plan: Diese sollen 2020 fertiggestellt werden. Auch hier gibt es viele Interessenten für die Wohnungen.

Zum Thema Gewerbe sagt Peter Lackner: „Mit unseren Ankermietern Edeka und Rossmann sind die Geschäftsflächen zum größten Teil vergeben.“ Bereits bekannt ist, dass in die Etagen über Edeka auf der Ecke Breiter Weg/Keplerstraße die Telefongeschäftsstelle der Barmer-Ersatzkasse einziehen wird. „Außerdem laufen Gespräche zu einigen Arztpraxen“, berichtet der Wobau-Geschäftsführer.

95 Prozent der Wohnungen vermietet

Die Wobau errichtet auf der Ecke Haeckelstraße/Breiter Weg ein Gebäude mit zehn Etagen. Gegenüber baut die Magdeburger Wohnungsgenossenschaft (MWG) ebenfalls ein hohes Gebäude – einen Elfgeschosser. „95 Prozent der Wohnungen sind inzwischen vergeben“, sagt MWG-Vorstand Thomas Fischbeck auf Nachfrage.

Noch nicht komplett vergeben sind die Geschäftsräume im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss. Sehr weit vorangekommen sind Gespräche mit dem Verband der Wohnungsgenossenschaften Sachsen-Anhalt. Ebenfalls weit gediehen sind die Gespräche für ein 250-Quadratmeter-Café, das von einem Magdeburger Gastronomen betrieben werden dürfte.

Bei den Arbeiten an dem Elfgeschosser hatte es in der Bautechnologie zwischenzeitlich eine Veränderung gegeben. Statt die Wände zu gießen, wird hier Stein auf Stein gebaut. Grund ist die besondere Bauform des Gebäudes, bei dem die oberen Etagen in einem leichten Bogen über das Erdgeschoss hinausragen.

Magdeburger Bau ist im Zeitplan

Bis in die vierte von fünf Etagen ist der Bau der Wohnungsbaugenossenschaft „Otto von Guericke“, dem dritten Bauherren im Domviertel, angewachsen. 53 Wohnungen im Zuschnitt von Zwei- bis Vierraumwohnungen entstehen unter einem Dach. Man liege voll im Zeitplan und peile die Fertigstellung des Rohbaus Ende November 2018 an, so Karin Grasse vom Vorstand.

Die technische Erschließung läuft, Versorgungsleitungen sind bereits verlegt. In einem Jahr soll der Neubau bezogen werden können. Etwa zwei Drittel der Wohnungen sind bereits vermietet worden, sagt OvG-Vorstand Oliver Hornemann.

Zum Start des 19 Millionen Euro schweren Bauprojekts hätten 200 potenzielle Mieter ihr Interesse hinterlegt: „Aus diesem Grund haben wir eine Internetseite eingerichtet, auf der sich jeder einen Eindruck von den Wohnungen verschaffen und sein verbrieftes Interesse über das Anlegen eines Profils hinterlegen kann“, so Hornemann weiter.

Ehemalige Magdeburger kommen zurück

Darunter seien ehemalige Magdeburger, die es zurück in die Elbestadt zieht, Bewohner aus der Region sowie dem Bundesgebiet, Alleinstehende und Familien, Senioren mit dem Wunsch nach kurzen Wegen. „Eben ein guter Querschnitt.“ Das Alter bewege sich dabei „eher im Bereich 50Plus“.

Übrigens: Die Genossenschaft räumte ihren Mitgliedern die Möglichkeit ein, etwa ein Viertel der Wohnungen beziehen zu können. Im besonderen Fokus stehen bei den Interessenten die Zweiraumwohnungen. Von den 23 verfügbaren sei ein Großteil vermietet, so Karin Grasse. Jetzt sei die heiße Phase, noch sein Interesse zu hinterlegen.

Die Mietpreise bewegen sich zwischen 9 und 14 Euro pro Quadratmeter (kalt) je nach Wohnungsgröße und pegeln sich „im Durchschnitt bei zehn Euro ein“. Ziel der Genossenschaft sei, „bei dem Projekt auf eine schwarze Null zu kommen“, wie es heißt.

Gemeinnützige Kunstaktion

Die OvG verbindet das Bauprojekt von Anfang an mit einer gemeinnützigen Kunstaktion. Bei der sogenannten Bauzaungalerie werden Bilder zugunsten von Vereinen versteigert. Aktuell gestaltet Robin Zöffzig u. a. mit der vieldiskutierten Magdeburger Jungfrau, die zur Buchmesse in Leipzig entstanden war, die Galerie.