Kinderbetreuung

Waldkita scheitert an fehlendem Geld

Die Waldkita in Magdeburg kann nach wie vor nicht gebaut werden. Grund sind die Kosten für eine Feuerwehrzufahrt.

Von Jennifer Lorbeer

Magdeburg l Die eigentlich schon für den Herbst geplante Eröffnung des ersten Magdeburger Waldkindergartens verzögert sich weiter. Seit einigen Wochen ist es still um das Projekt geworden. Auf dem Gelände der zukünftigen Kita zwischen Bäumen im Herrenkrug hat sich im vergangenen halben Jahr augenscheinlich nichts verändert. Grund für die Verzögerung ist der Bau einer Feuerwehrzufahrt, der auf unbestimmte Zeit noch aussteht.

Wenn es nach dem zukünftigen Leiter der Tagesstätte Gordon Rosemeier ginge, würde die Betreuungsunterkunft in Form von drei Bauwagen schon auf dem 2500 Quadratmeter großen Flurstück stehen und die ersten Zäune gezogen werden. „Wir warten auf die Mittelfreigabe für die Feuerwehrzufahrt“, berichtet Rosemeier, der für den Verein der Deutsch-Russischen Gesellschaft Inturia e. V., dem Träger des Waldkindergartens, tätig ist. „Dann könnten die Planungen dafür endlich abgeschlossen, die Aufträge ausgeschrieben und zeitnah mit der Bauausführung begonnen werden.“ Wann die Realisierung möglich ist, bleibt jedoch noch ungewiss.

Die Stadt Magdeburg bestätigt auf Nachfrage der Volksstimme das Finanzierungsproblem der Zufahrt. „Die hohen Kosten dazu kann der Träger nicht aufbringen“, so die Stellungnahme von Pressesprecherin Kerstin Kinszorra. „Die Stadt sucht nun nach Möglichkeiten, hier Unterstützung anzubieten und arbeitet weiterhin eng mit dem Träger zusammen.“

Der Beschluss des Stadtrates, der den Betrieb des Kindergartens mit dem besonderen Konzept der naturnahen Betreuung bewilligte, ist im Oktober 2013 gesetzt worden. In der Zwischenzeit sind gemeinsam mit Rosemeier zwei von drei Bauwagen als Betreuungsräume fertiggestellt worden (Volksstimme berichtete). Die mobilen Räumlichkeiten sind eine Voraussetzung für den Betrieb in dem hochwassergefährdeten Gebiet. Auch die Nutzung des Geländes ist mittlerweile bewilligt.

Einen weiteren Grund zur Freude der Kita-Organisatoren gab es im Dezember. Bei dem Wettbewerb einer Heizungsbaufirma um den „Green iQ Award 2015“, mit dem nachhaltige Projekte zum Umweltschutz prämiert werden, belegte die „Kita zwischen Bäumen“ den zweiten Platz. Damit hat der Waldkindergarten eine moderne Heizungsanlage und deren Installation gewonnen – sobald die Bauwagen auf dem Gelände stehen.

Auswirkungen oder Konsequenzen für den Träger hat die Verzögerung nicht. Die geplante Betreuung von insgesamt 18 Kindern ist zwar von Seiten der Stadt bewilligt, doch eine Verpflichtung, diese Plätze vorzuhalten, bestehe Sprecherin Kinszorra zufolge nicht.

Das Projekt Waldkindergarten sei trotz Verzögerung nicht gefährdet, so heißt es. „Sowohl der Träger als auch die Stadt halten an der Realisierung des Vorhabens fest“, sagt Kinszorra weiter. Weitere Hürden gebe es aus Sicht der Verwaltung derzeit nicht, betonte die Stadtsprecherin.